Trotz Gegensteuerns

Amtsärzte-Mangel nimmt in Oberösterreich weiter zu

„Leider macht sich auch beim Land Oberösterreich bemerkbar, wie schwierig es ist, offene Arztstellen zu besetzen“, bedauerte Gesundheitsreferentin Christine Habelander (ÖVP) Ende 2020 gegenüber der „Krone“. Damals waren 4,25 Amtsärzte-Dienstposten (auf Vollzeit bezogen) unbesetzt, aktuell sind es bereits 4,83 - und weit mehr solcher Jobs sind aktuell ausgeschrieben. 

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„Diese Entwicklung sorgt mich, denn wir brauchen auch beim Land in der öffentlichen Verwaltung gute Ärztinnen und Ärzte“, sagte Haberlander Ende 2020. Beim Land tue man schon viel, um das Image des Amtsarztes zu stärken, so die ÖVP-Politikerin damals weiter.

Zwölf Posten quer durchs Land
Etwa eineinhalb Jahre später hat sich die Lage aber weiter verschlechtert. In Oberösterreich sind derzeit 4,83 Dienstposten für Amtsärzte unbesetzt, also bereits etwas mehr als damals. Am Karriereportal des Landes schaut das noch dramatischer aus, weil dort aktuell zwölf Amtsärzte-Posten quer durchs Land ausgeschrieben sind. „Die höhere Ausschreibungszahl ist dem geschuldet, dass das Land OÖ unbesetzte Posten in Voll- und Teilzeit ausschreibt, um möglichst alle qualifizierten Personen anzusprechen und so flexibel wie möglich zu sein“, erläutert das ein Mitarbeiter Haberlanders.

Der Bund muss tätig werden
Aus ihrem Büro heißt es auch: „Das Thema ist in allen Bundesländern vorherrschend und daher von so hoher Wichtigkeit. Genau deshalb werden die Länder – so auch Oberösterreich – nicht müde, dieses regelmäßig bei der Gesundheitsreferentenkonferenz zu thematisieren und den Bund aufzufordern, hier tätig zu werden.“ Zugleich versucht sich das Land Oberösterreich als Arbeitgeber auch für künftige Amtsärzte interessanter zu machen.

Natürlich kommt die Mangelsituation auch im Alltag der Bürger an: Wir haben zum Beispiel über den Fall einer Linzerin berichtet, die den Führerschein vorerst vergessen kann, weil sie den für sie notwendigen Amtsarzttermin erst in fast vier Monaten bekommt.

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