19.04.2022 06:00 |

Webinar klärt auf

So tappen Sie im Netz nicht in die Falle

Hacker, Fake-Shops, Identitätsdiebstahl, Abo-Gaunerei: Die Fallzahlen bei der Cyberkriminalität steigen Jahr für Jahr dramatisch an. Eine Webinar-Reihe will nun zeigen, dass oft ein zweiter Blick reicht, um Unheil abzuwenden.

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Gedankenlos klickt sich Mario B. (Name geändert) durch das Netz. Er ist auf der Suche nach einer Konsole, die seit Monaten ausverkauft scheint. Es sollte ein Geschenk für seinen Sohn werden, so der Niederösterreicher. Und siehe da, plötzlich wird B. fündig. Ein Online-Shop bietet das rare Spielgerät tatsächlich an. Dass B. das Internetportal nicht kennt, ist ihm in dem Moment egal. Die Freude, seinem Buben ein Leuchten in die Augen zu zaubern, überwiegt und lässt ihn jegliche Vorsicht vergessen.

Mario B. weiß nicht, dass alles an dem Shop falsch ist. Die Webseite ähnelt der eines bekannten Elektronikhändlers, ist aber gefälscht. Was es nicht gibt, sind Konsolen – oder andere Produkte. Die Betreiber sitzen im Ausland, ihr Ziel: Bürgern wie B. eine Falle zu stellen. Geld – mehrere hundert Euro – ist er für immer los.

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Es wird immer schwieriger, Betrug auch als solchen zu erkennen. Denn die Täter betreiben immer mehr Aufwand, um Nutzer zu täuschen. Es ist wichtig, im Internet auch gewisse Grundregeln zu beachten. Ein genauer Blick kann viel Geld sparen.

Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer der ÖIAT

Falsche Internetseiten, Phishing-SMS und Schadsoftware: Seit Jahren gehen die Fälle von Betrug im Netz durch die Decke. Einer Sicherheitsstudie zufolge wurden 2021 schon knapp zwei von drei heimischen Betrieben zum Opfer, 24 Prozent gleich mehrmals. Laut Bundeskriminalamt hat ein Drittel der heimischen Online-Händler noch keine Betrugsvermeidungslösung im Einsatz. Nun soll eine verstärkte Kooperation mit dem Handelsverband mehr Sicherheit schaffen.

Erwischen kann es jeden. Während die Täter Verknappung von Waren oder Rabatte als Lockmittel nutzen, bewegen wir uns im Netz schlicht zu unbedacht. Ein zweiter Blick ins Impressum würde dabei oft schon reichen, um falsche Shops zu entlarven.

Daten & Fakten

Fake-Shops: Betrüger geben auf professionell gefälschten Webseiten vor, günstige Produkte zu verkaufen, die im Voraus bezahlt werden müssen. Die Waren gibt es gar nicht.
Markenfälschung: Verdächtig hohe Rabatte auf ansonsten teure Produkte. Man erhält eine mangelhafte Fälschung, die der Zoll beschlagnahmen kann.
Schadsoftware: Mit falschen Rechnungen, manipulierten Webseiten oder infizierten Programmen wird Schadsoftware installiert. Meist geht es um den Diebstahl von Daten oder um Lösegelderpressung.
Phishing: Das Fischen nach Passwörtern per SMS oder Mail (oft werden Post oder Banken missbraucht) dient dem Datenklau. Die versendeten Links sollten nie geöffnet werden.
Abo-Fallen: Auf den ersten Blick kostenlose Angebote locken in die Falle. Nach der Registrierung wartet ein Abo mit der monatlichen Abbuchung recht hoher Geldbeträge.

Seminare im Netz sollen die Nutzer sensibilisieren
Für B. ist es zu spät, sein Geld bekommt er nicht wieder. Für die Zukunft ist ihm sein Fehler aber eine Lehre.

Nun geht man in die Sicherheitsoffensive. Gemeinsam mit der Arbeiterkammer und Experten der Watchlist Internet bietet saferinternet.at gratis Webinare, also Veranstaltungen, in die sich pro Termin 500 Personen via Zoom einwählen können (Anmeldung zu den Kursen unter academy.oiat.at). Die Themen sind, genau wie der Internetbetrug selbst, breit gestreut:

03. Mai: Worauf bei Online-Zahlungen achten und welche Zahlungsarten sollte man nicht nutzen?
10. Mai: Wie funktioniert Amazon – ein Blick hinter die Kulissen des Waren-Algorithmus.
17. Mai: Was müssen Sie beim Kauf und Verkauf auf Plattformen beachten?

Jeden Dienstag werden die Kurse bis 28. Juni angeboten. Nach einer Sommerpause geht es dann Anfang September etwa um Fake-Shops und Abofallen, am 18. Oktober um Betrugsmaschen und Identitätsdiebstahl. Den (vorläufigen) Abschluss bildet der 15. November, wo über Rechte beim Online-Shopping aufgeklärt wird.

Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
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