Leere Lager

Fahrräder gefragt wie nie – trotzdem sinkt Umsatz

Burgenland
17.04.2022 11:00

Radeln boomt. Im Vorjahr wurden in Österreich mehr als 490.000 Fahrräder verkauft, der Umsatz der Fachgeschäfte stieg auf über eine Milliarde Euro. Die Nachfrage ist auch heuer ungebrochen, aber der Absatz ist rückläufig. Wegen leerer Lager fiel das traditionell gute Ostergeschäft fast gänzlich aus. Besonders betroffen sind Kinder.

„Es kommen so viele Leute wie nie mit ihren Kindern und wollen ein Rad kaufen. Aber sie kriegen nichts“, sagt Michael Knopf, Inhaber der Radwelt in Mattersburg. Kollege Dietmar Rainer von 2Rad Rainer in Oberpullendorf präzisiert: „Früher hatte ich 80 Prozent der bestellten Ware rechtzeitig vor Ostern im Geschäft. Heuer ist ein Bruchteil gekommen.“

Der Hauptgrund, dass Tausende Kinder in diesem Jahr auf ein traditionelles Ostergeschenk verzichten müssen, sind Lieferschwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie. Vor allem in Asien kam es zu mehrwöchigen Produktionsstopps. Das können die Firmen laut Rainer nicht aufholen. „Was das Material für Reparaturen betrifft, ist die Situation fast noch ärger. Die Wartezeit beträgt fast ein Jahr.“

Knopf sorgt sich, dass der derzeitige Lockdown in Schanghai die Lage dramatisch verschärfen könnte. Deshalb habe er jetzt schon Räder im vierstelligen Bereich bestellt, die verbindlich bis 2024 geliefert werden müssen. „Mit den Modellen für Erwachsene können wir uns noch halbwegs drüber retten, da sind wir gut sortiert. Aber für die Kinder schaut’s ganz schlecht aus.“

Hiobsbotschaften
Beide Fachhändler sind der Meinung, dass sich im kommenden Jahr nichts an der Lage ändern werde. „Es gibt ja fast jeden Tag eine Hiobsbotschaft“, so Knopf. „Erst Corona, dann steht ein Schiff quer im Suezkanal, nun der Krieg in der Ukraine – dass dadurch die Räder mehr kosten werden, liegt auf der Hand.“

Für die Branche wichtige Rohstoffe wie Stahl und Aluminium haben sich in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 40 Prozent verteuert, die Containerkosten stiegen um das Dreifache. Im Vorjahr lag der Durchschnittspreis pro Rad bei 2095 Euro – um 18,4 Prozent über jenem aus 2020.

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