Andrew Lownie gilt als bissiger Beobachter der englischen Monarchie. Der promovierte Historiker schrieb mehrere Bücher zur königlichen Familie, besonders seine Biografie über Ex-Prinz Andrew und Sarah Ferguson sorgte für Aufsehen. Er ist überzeugt, bei Andrew bestehe Fluchtgefahr!
Im Interview mit dem „stern.de“ behauptet er, Beweismittel gegen Andrew Mountbatten-Windsor zu kennen, die über die Epstein-Akten hinausreichen: „Ich habe Informationen vorliegen, die diesen Fall zu einem nationalen Sicherheitsskandal machen könnten“, so Lownie.
Hohe Fluchtgefahr
Die Fluchtgefahr Andrews schätzt Lownie daher hoch ein: „Das Letzte, was die königliche Familie möchte, ist ein öffentlicher Prozess, bei dem royale Schmutzwäsche gewaschen wird. Mein Verdacht: Man könnte diskret dafür sorgen, dass er der Justiz entkommt“, so der 65-Jährige.
Eine andere Möglichkeit sieht er in einer beabsichtigten Verlängerung der Ermittlungen: „Am Ende könnte das Ganze auch absichtlich auf die lange Bank geschoben werden – denn sobald jemand offiziell unter Ermittlung steht, gilt das ,sub justice‘-Prinzip und die Presse kann nicht mehr ungehindert berichten, um den Lauf des Prozesses nicht zu beeinflussen. So ein Maulkorb für die Presse wäre natürlich im Interesse der Königsfamilie.“
In diesem Fall müsste Charles abdanken
Auf die Frage, was seiner Einschätzung nach passieren würde, wenn sich herausstellte, dass König Charles in Andrews mutmaßliche Machenschaften eingeweiht war, sagt Lownie: „Dann würde Charles wohl abdanken müssen. Es ist gerade eine E-Mail aus 2019 aufgetaucht, die darauf hindeutet, dass er und sein Privatsekretär Sir Clive Alderton zumindest über Teile von Andrews Aktivitäten informiert waren.“
William kontrollversessen
Thronfolger William sieht der Experte jedoch kaum als Verbesserung: „William ist noch kontrollversessener als sein Vater. Er redet von Modernisierung, aber ist selbst in der royalen Bubble aufgewachsen. Er wird Privilegien und Familienvermögen nicht freiwillig aufgeben.“
Sein Vorschlag: „Das Parlament sollte die Krone wirklich kontrollieren, die Höhe der staatlichen Zahlungen an die Royals neu bewerten und die Finanzen der Herzogtümer Cornwall und Lancaster, die deren Lebensstile speisen, viel transparenter machen.“
Fehlverhalten im öffentlichen Amt
Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Epstein-Files ist Andrew Mountbatten-Windsor am Tag seines 66. Geburtstags in der Wood Farm, wo er derzeit lebt, festgenommen worden. Die Wood Farm in Norfolk sowie sein vorheriger Wohnsitz, die Royal Lodge in Windsor, wurden von der Polizei durchsucht. Andrew durfte nach elf Stunden die Aylsham Police Station unter Auflagen wieder verlassen.
Dem früheren Prinzen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Er soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter Informationen an den US-Finanzier Epstein weitergeleitet haben.
Andrews Verwicklungen in den Skandal haben Großbritannien in Aufruhr versetzt – es war das erste Mal seit mehr als 350 Jahren, dass ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie festgenommen wurde. Zu der aktuellen Entwicklung hat sich der Bruder des Königs bisher nicht geäußert. Vorherige Vorwürfe, bei denen es um mutmaßliche Sexualdelikte ging, hatte Andrew immer zurückgewiesen.
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