11.04.2022 14:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Betrug mit Kryptowährung: Steirer verlor 25.000 €

Mit einer perfiden Masche haben Betrüger einen steirischen Pensionisten abgezockt. Sie gaben vor, ihm zu helfen, sein durch Betrug verlorenes Geld zurückzuerhalten. Stattdessen haben sie ihm 15.000 Euro aus der Tasche gelockt und sich dabei sogar auf die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde berufen.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Vor zwei Jahren ist Robert A. (Name geändert) über eine Werbung im Internet auf Betrüger hereingefallen und hat 10.000 Euro in Kryptowährung investiert. Heuer bekam der Steirer aus heiterem Himmel einen Anruf von jemandem, der ihm eine andere Geldinvestition vorschlagen wollte. „Ich habe meine schlechte Erfahrung geschildert und abgelehnt“, so Herr A., woraufhin sich der Anrufer über den schlechten Ruf „seiner Branche“ beschwert habe. Er versicherte, dass seine Firma seriös sei und man eine Rechtsabteilung habe, die sich um solche Fälle und die Geldrückholung kümmern würde.

„Am nächsten Tag rief jemand an, der behauptete, man habe meine 10.000 Euro von damals gefunden. Sie seien mittlerweile 87.000 Euro wert, und das Geld sei eingefroren“, erklärt der Steirer weiter. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) habe das bestätigt (was natürlich nicht wahr ist, Anmerkung).

Betrug nach Betrug
Herr A. müsse allerdings 5000 Euro als Sicherheitsleistung über eine Kryptowährungsplattform bezahlen. Was dieser in blinder Naivität auch tat. Am nächsten Tag hatten die Betrüger so sein Bankkonto leer geräumt und weitere 9000 Euro eingestreift. Eine Anzeige bei der Polizei brachte bisher nichts. Herr A. erhält weiterhin fast täglich Nachrichten von besagtem Anrufer, der weiter seine Hilfe gegen noch mehr Geld anbietet. Per E-Mail hat sich gar noch ein zweites „Unternehmen“ gemeldet und seine Dienste angeboten. Mit einem klingenden Namen, professioneller Webseite und Sitz in Israel.

Geld ist meistens weg
Bei der Internet Ombudsstelle ist dieses Vorgehen als Recovery Scam bekannt, als Wiedergutmachungs-Betrug quasi. Opfer, die Geld etwa über einen Betrug mit Kryptowährung verloren haben, werden danach kontaktiert und mit Hilfsangeboten bombiert. Gegen Vorauszahlung würden man ihnen dabei helfen, den Schaden gut zu machen. Das passiert freilich nicht. Ganz im Gegenteil, wie auch Herr A. erleben musste. Die Internet Ombudsstelle warnt vor solchen Zahlungen. Man könne jedoch versuchen, über die eigene Bank zumindest einen Teil des Geldes rückbuchen zu lassen. Die Chance auf Erfolg sei zwar gering, aber nicht unmöglich.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 24. Mai 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)