Am vergangenen Freitag hatten iranische Verantwortliche verweigert, dass die Spielerinnen ihre Kopfbedeckungen und langen Anzüge für das Spiel gegen Jordanien in Amman ablegen. Daraufhin sagten FIFA-Offizielle aus Bahrain die Partie ab und werteten sie mit 3:0 für Jordanien. Der Iran sei vor dem Spiel sorgfältig darüber informiert worden, dass das Outfit aus Sicherheitsgründen nicht getragen werden darf.
Im Gottesstaat Iran müssen Frauen ihre Haare und Körper in der Öffentlichkeit bedecken. Bereits vor den Olympischen Jugendspielen 2010 hatte die FIFA dem Iran wegen dieser Kleiderordnung mit einem Ausschluss vom Turnier in Singapur gedroht. Schließlich einigten sich beide Seiten darauf, dass die Spielerinnen mit einer Kappe statt des Kopfschals Hijab antreten dürfen. In Amman waren die iranischen Spielerinnen dennoch wieder mit dem Hijab erschienen.
Teheran und Fußballfans verstehen Verbot nicht
In Teheran sieht man sich hingegen im Recht. "Unsere Kleidung ist weder religiös noch politisch anstößig. Und sie kann auch keine Spielerinnen gefährden", erklärte die für das Frauen-Nationalteam zuständige Verbandsfunktionärin Farideh Shojaei. Sie sei davon ausgegangen, dass die Kleidung den FIFA-Richtlinien entspreche.
Auch bei manchen Fußballfans stößt das Verbot auf Unverständnis. Denn die kritisierten Komponenten werden in dieser oder ähnlicher Form häufig auf Fußballplätzen gesehen, beispielsweise in Form von Hauben (Jens Martin Knudsen, Färöer), Helmen (Petr Cech, Chelsea FC), langen Unterhosen (Arjen Robben, FC Bayern) oder langärmligen Trikots. Sogar Gesichtsmasken sind erlaubt, wenn dies medizinisch notwendig ist, wie zuletzt bei Schalke-Spieler Christoph Metzelder, der sich einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte.
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