Nach Entlassung

Schwuler Referee verklagt türkischen Verband

Fußball
01.06.2011 10:29
Zwei Jahre nach seiner Entlassung hat ein schwuler Schiedsrichter den türkischen Fußballverband TFF auf umgerechnet 48.000 Euro Schadenersatz verklagt. Nachdem seine Homosexualität vom Verband bekannt gemacht worden sei, habe er keine Arbeit mehr finden können, sagte Halil Ibrahim Dincdag vor einem Istanbuler Gericht.

Der 35-Jährige beschuldige den Verband, Informationen aus einem vertraulichen Brief an die Medien weitergegeben zu haben, berichteten türkische Zeitungen am Mittwoch.

Der Verband hatte Dincdag für den Dienst gesperrt, weil er seinen Militärdienst aus "gesundheitlichen Gründen" nicht abgeleistet hat. Die Bestimmungen des TFF sehen in diesem Fall vor, dass jemand dann auch nicht als Schiedsrichter tätig sein kann. In einem Brief an den Verband hatte Dincdag deshalb die Hintergründe der Ausmusterung erläutert und seine Homosexualität als Grund dafür angegeben.

Morddrohungen erhalten
Als der Fall bekannt wurde, erhielt Dincdag nach eigenen Angaben Morddrohungen. Menschenrechtsgruppen haben in der Vergangenheit mehrfach gefordert, dass die türkische Armee ihre Haltung zur Homosexualität korrigieren müsse. Die Armee stufe Homosexualität als psychische Störung ein.

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