Industrie in OÖ

Angst vor Liefer-Stopp und noch höheren Preisen

Oberösterreich
12.03.2022 14:00

Wegen der hohen Energiekosten geraten nicht nur Private, sondern auch Firmen immer mehr unter Druck. „Bei den aktuellen Preiskapriolen fragen sich immer mehr, ob es noch sinnvoll ist, zu produzieren“, sagt Erich Frommwald, Sprecher der OÖ-Industrie. Der Krieg sorgt zudem für Angst vor einem Liefer-Stopp von Gas.

Die hohen Gaspreise sorgen dafür, dass Norske Skog in der Steiermark die Papierproduktion vorübergehend einstellt - ein Zeichen, wie sehr auch Firmen wegen der gestiegenen Energiekosten unter Druck geraten. „Es ist alles außer Rand und Band“, sagt Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer OÖ und Geschäftsführer der Kirchdorfer-Gruppe.

Zum Zünden des Ofens wird im Kirchdorfer Zementwerk Gas benötigt, sonst sind andere Energieträger wichtiger. (Bild: Kirchdorfer Zementwerk)
Zum Zünden des Ofens wird im Kirchdorfer Zementwerk Gas benötigt, sonst sind andere Energieträger wichtiger.

Der Krieg und seine Folgen sorgen in Oberösterreichs Wirtschaft für angespannte Nerven: Dass Russland die Gas-Lieferungen stoppen könnte, lässt die Industrie zittern. „Wir sehen ein Risiko, dass die Gasversorgung eingeschränkt wird“, so AMAG-Sprecher Leo Pöcksteiner. Der Aluhersteller wäre ohne Erdgas stark eingeschränkt.

Was ist, wenn . . .? Notfallszenarien wurden in den vergangenen Tagen auf höchsten Ebenen durchgespielt - bei Firmen und bei der E-Control. Fakt ist: Die privaten Haushalte würden einen Liefer-Stopp aufgrund der in Österreich vorhandenen Vorräte nicht zu spüren bekommen. Anders die Industrie: Rund 89% der in Oberösterreich verbrauchten Gas-Menge geht nämlich an Nicht-Haushalte.

„Schon jetzt große Herausforderung“
Dass sich die EU gegen ein Embargo von russischem Öl und Gas aussprach, sorgt für leichte Entspannung. Die Angst bleibt - auch vor höheren Preisen. „Es ist schon jetzt eine große Herausforderung, mit der aktuellen Kostensituation einen Regelbetrieb aufrecht zu erhalten“, so Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer.

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