Bub kein Einzelfall

Viele Eltern müssen um Therapien für Kinder bangen

Die Pandemie hat viele Probleme im Gesundheitswesen in den Schatten gestellt. Dass aber auch diese dringend gelöst werden müssen, zeigt jetzt der Fall von Emmerich Knoll aus Loiben im Bezirk Krems. Trotz erfolgreicher Therapien finanziert die ÖGK die gewohnte Behandlung für den schwerkranken Buben nicht mehr.

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„Mama, hast du den Herren schon einen Kaffee angeboten?“, fragt der gerade erst einmal siebenjährige Emmerich Knoll bei unserem Besuch. Seit seiner Geburt leidet er an einer bilateralen spastischen infantilen Cerebralparese. Durch einen Sauerstoffmangel erlitt er eine Hirnschädigung, die ihn motorisch einschränkt. „Es muss kurz vor, bei oder kurz nach der Geburt passiert sein“, erzählt uns Mutter Anja Knoll.

Als Emmerich ein halbes Jahr jung war, habe sich gezeigt, dass er sich nicht so drehen und aufstützen kann wie andere Kinder in dem Alter. Knoll dazu: „Ich habe eine Physiotherapeutin gefragt, ob er je sitzen können wird. Sie meinte nur: ,In irgendeiner Form sicher.‘“ Von da an wusste die Mutter, dass die Krankheit das Leben ihres Sohnes noch mehr einschränken wird, als sie zuerst gedacht hatte.

Inklusion durch wichtige Gruppentherapie
Um Emmerich die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen, ließ sich die Familie von Experten beraten - und wurde im Kids Chance Therapiezentrum im steirischen Bad Radkersburg fündig. Dessen Vorzüge liegen nicht nur für Familie Knoll auf der Hand. Die Therapie könne dort zweimal jährlich für zwei Wochen - und nicht wie in anderen Zentren einmal jährlich in einem vierwöchigen Block - abgehalten werden. Das sei für Familien lebbar und sorge dafür, dass die Kinder in der Schule weniger verpassen. Der größte Vorzug sei aber, dass es dort Gruppentherapien gibt.

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Für die ÖGK steht die bestmögliche medizinische und therapeutische Versorgung der Kinder im Mittelpunkt.

Wird auf Anfrage aus der ÖGK versichert

„Das ist für die Inklusion der Kinder von großer Bedeutung“, wie Experten bestätigen. Dennoch schließt die ÖGK keine Verträge mehr mit diesem Zentrum ab. „Stattdessen werden die Kinder von Ärzten, die sie kein einziges Mal selbst gesehen haben, in andere Zentren verteilt“, ärgern sich betroffene Eltern.

ÖGK: Nicht alle Eventualitäten lösbar
Seitens der ÖGK verweist man darauf, dass Inklusion kein Thema der Rehazentren sei. Aus „qualitativen Gründen“ habe ein anders Zentrum den Vorzug erhalten. „Zudem können nicht alle Eventualitäten aus der Sichtweise der betroffenen Familien zufriedengestellt werden“, heißt es.

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