Fr, 16. November 2018

Auch auf Bundesebene

26.05.2011 14:55

Wien will Verbot von Plastiksackerln durchsetzen

Das Plastiksackerl soll bald Geschichte sein - zumindest wenn es nach Umweltstadträtin Ulli Sima (SP) und dem grünen Umweltsprecher Rüdiger Maresch geht. Sie haben am Donnerstag einen Stufenplan für einen österreichweiten Ausstieg aus der Plastiksackerl-Benutzung vorgestellt. Letztes Wort hat allerdings der Bund, ein Verbot allein auf Landesebene ist nicht möglich. Daher will Sima bei der nächsten Landesumweltreferentenkonferenz (LURK) Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) einen entsprechenden Antrag übergeben.

Konkret soll das Plastiksackerl in allen Lebensbereichen ersetzt werden, wo es sinnvolle Alternativen, wie Bio-Kunststoffsackerl oder mehrfach nutzbare Tragtaschen gibt. Der von der Umweltstadträtin vorgestellte Stufenplan beinhaltet zunächst das Verbot von Gratissackerln beim Einkaufen. Darauf soll die Substituierung von Plastiksackerln durch andere Materialen wie Stofftaschen oder Körbe folgen. Angestrebtes Ziel ist ein generelles Verbot von Plastiksackerln.

Stadt Wien will Druck auf Bund erhöhen
"Wenn man will, könnte der Stufenplan bis Jahresende umgesetzt werden", betonte die Umweltstadträtin. Allerdings spieße sich dieses Vorhaben beim zuständigen Minister, so Maresch. Auch aus den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark gebe es bereits Anträge für ein Verbot des Plastiksackerls, versicherte der Umweltsprecher der Grünen. Damit es hier zu einer Veränderung kommt, will nun die Stadt Wien gemeinsam mit den anderen Bundesländern den Druck auf Berlakovich erhöhen und bei der nächsten Landesumweltreferentenkonferenz am 10. Juni in Tirol einen entsprechenden Antrag stellen.

Bis zu 2.000 Tonnen Plastiksackerl-Müll
Nach einer vom Institut für Sozialforschung (IFES) durchgeführten Umfrage spricht sich immerhin jeder zweite Wiener für ein Verbot aller Plastiksackerl aus. "Sehr schädlich" oder "eher sehr schädlich" für die Umwelt sind für 85 Prozent der Wiener die Plastiktaschen. In Wien allein fallen laut Wiener Restmüllanalysen pro Jahr rund 1.500 bis 2.000 Tonnen Plastiksackerl an.

Auf internationaler Ebene haben bereits einige Länder dem Plastiksackerl das Leben schwer gemacht. So gibt es etwa in Italien seit Jahresbeginn ein Plastiksackerlverbot, in Irland wiederum hebt man seit dem Jahr 2002 eine Abgabe pro Plastiktasche ein. Auf EU-Ebene hat die europäische Kommission in Brüssel kürzlich eine öffentliche Befragung zum Thema Plastiksackerl gestartet. Damit soll herausgefunden werden, welcher Ansatz die bessere europaweite Lösung ist: Ein generelles Verbot oder eine Steuer auf das Plastiksackerl.

Sima und Maresch versprechen sich durch das gemeinsame Vorgehen mit den anderen Bundesländern in Sachen Plastiksackerlverbot langfristigen Erfolg. Denn: "Nach der Atomkatastrophe in Japan ist dem Umweltminister in seiner Verzweiflung ja auch der Stress-Test für AKWs eingefallen, vielleicht passiert das auch bei den Plastiksackerln", scherzte der grüne Umweltsprecher.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien
Aktuelle Schlagzeilen
Play-off-Hinspiel
U21-Team siegt und stürmt Richtung EM-Teilnahme
Fußball International
Nach 3:2-Triumph
Pöbel-Video! Kroate Lovren attackiert Sergio Ramos
Fußball International
Verlierer steigt ab
Nach 3:2-Wunder: Kroatien sagt England Kampf an
Fußball International
Streit um Arbeitszeit
Ministerin an Gewerkschaft: „Chance vergeigt“
Österreich
Landung abgebrochen
Drohne flog gefährlich nahe zu Bundesheer-Heli
Niederösterreich
Habsburg auf Rang 15
Mick Schumacher nur Quali-Neunter in Macao
Motorsport
Ungewöhnlicher Unfall
Arzt operiert Fischer Angelhaken aus Auge
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.