Sa, 23. Juni 2018

"Wash-Wash-Trick"

25.05.2011 16:35

Geldwäscher zu zwei Jahren Haft verurteilt

Wegen versuchten schweren gewerbsmäßigen Betrugs sind am Mittwoch zwei Nigerianer am Landesgericht Klagenfurt verurteilt worden. Die beiden wollten im Februar 2011 einem 70-jährigen Kärntner 50.000 Euro herauslocken, um damit weitere Banknoten zu fälschen. Richter Gerhard Pöllinger verurteilte die beiden zu je 24 Monaten Haft, davon acht Monate unbedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die beiden benutzten den so genannten "Wash-Wash-Trick", der schon länger bekannt ist. Die Betrüger gehen immer nach dem selben Schema vor: Sie behaupten, eine größere Geldsumme transportieren zu wollen. Um dabei dem Zoll zu entgehen, habe man die Banknoten gebleicht. Um sie wieder in den ursprünglichen Zustand "zurückzufärben", bräuchte man allerdings echte Banknoten. Diese würden mit Chemikalien behandelt und zwischen die wertlosen weißen Papierstreifen gelegt. Nach der Trocknung erhalte man zwei weitere täuschend echte Banknoten.

Kärntner wollte Pension aufbessern
Mit diesem Trick traten die Angeklagten an einen 70-jährigen Kärntner heran. Die beiden gaben sich per E-Mail als chinesischer Bank-Manager aus, der Kärntner solle dabei helfen, rund 16,8 Millionen Euro, die in der Schweiz lägen und von den beiden Angeklagten nach Österreich gebracht werden sollten, um sie am österreichischen Immobilienmarkt zu veranlagen. Als Provision wurde ihm ein Anteil von 30 Prozent versprochen. Der leichtgläubige Kärntner, der damit seine Pension aufbessern wollte, stieg auf das Geschäft ein. Er traf sich mit den Betrügern, sie führten ihm den Trick mit den Banknoten vor und überzeugten so den 70-Jährigen. Dieser sicherte den Männern einen Betrag von 50.000 Euro zu.

Nigerianer bei Treffen festgenommen
Der Kärntner holte sich zuvor aber noch Rat aus der Österreichischen Nationalbank und erkundigte sich, ob es denn überhaupt möglich sei, Banknoten zu bleichen und wieder einzufärben. Dort verwies man ihn an das Landeskriminalamt, beim nächsten Treffen mit den Nigerianern griff die Polizei zu. "Warum lässt man sich auf sowas ein?", fragte Staatsanwalt Franz Simmerstatter den Zeugen. "Es klang alles sehr glaubwürdig, ich hatte schon öfter mit Afrikanern und Gelddingen zu tun", sagte der Kärntner.

"Es war allein unsere Idee, wir haben die Mails verschickt", beteuerte einer der Angeklagten. Für Ankläger und Richter stand allerdings fest, dass es Hintermänner geben müsse, welche die Fäden ziehen würden. Die Verurteilten nahmen die Strafen an, Simmerstatter verzichtete auf Rechtsmittel.

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