26.02.2022 23:48 |

Guten Morgen

Bewunderter Gewalttäter | Zerstörter Frieden

Was für eine Reihe von Schreckensmeldungen an nur einem Tag. Kiew unter Putins Trommelfeuer, der Krieg ist angekommen in der ukrainischen Hauptstadt und gewinnt im ganzen Land an Intensität. Der offensichtlich unerschrockene Präsident Zelenskij ruft neuerlich zum Widerstand auf und lehnt ein Evakuierungsangebot des amerikanischen Geheimdienstes brüsk ab. Weit mehr als 100.000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, haben das Land bereits fluchtartig verlassen, während immer wieder schreckliche Fotos und Videos auftauchen - etwa wie ein russischer Panzer einen entgegenkommenden ukrainischen Pkw anvisiert und ihn samt Insassen zermalmt. Es herrscht rohe Gewalt. Angezettelt von einem grausamen Herrscher und blutrünstigen Kriegsherrn, für den noch bis vor wenigen Tagen gar nicht wenige hier im Westen Verständnis, wenn nicht manche sogar ein wenig Bewunderung zeigten.

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Zerstörter Frieden. Es ist schrecklich, es ist erschütternd, welches Leid Wladimir Putin den Menschen in unserem Fast-Nachbarland Ukraine beschert. Jener russische Herrscher und Gewalttäter, der einst im Deutschen Bundestag  über die „Kultur der Einheit Europas“ sprach,  die Wandlung seines Landes und dass niemand Russland jemals wieder in die Vergangenheit zurückführen könne. 20 Jahre später macht genau er das. Der, wie manche sagen, „kriegsgeile“ Putin, der einst in Berlin versicherte, dass die Russen „gute Lehren aus dem Kalten Krieg und der verderblichen Okkupationsideologie gezogen haben“, okkupiert sein Nachbarland. Damals sagte er: „Für unser Land, das ein Jahrhundert der Kriegskatastrophen durchgemacht hat, ist der stabile Frieden auf dem Kontinent das Hauptziel.“ Heute zertrümmert er diesen Frieden mit blutiger Gewalt. In der Sonntags-„Krone“ beleuchten wird die aktuellen Zustände und ihre möglichen Folgen. Alles nur negativ? Nicht unbedingt. Denn die Ereignisse dieser Tage lassen auch ein wenig Hoffnung keimen, dass sie den Westen wecken. Und wenn es uns im Westen gelingt, uns stärker und selbstbewusster aufzustellen, uns in vielen Belangen, von Energie bis Schlüsselindustrien vereint unabhängiger von Russland, aber auch China zu machen - dann haben wir eine Chance, unser Wertesystem und unseren Wohlstand zu verteidigen. Aber nur dann.

Einen schönen Sonntag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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