Auch eine Corona-Folge

Kriminelle verlagern Taten immer mehr ins Internet

Oberösterreich
16.02.2022 19:00

Die Kriminalstatistik 2021 für Oberösterreich ist zweigeteilt: Einbrüche und Diebstähle erreichen pandemiebedingt historischen Tiefstand - Aufklärungsquote ist hoch. Internet-Betrug und Vergewaltigungen schnellen in Höhe.

Zuerst zu den positiven Seiten der oö. Kriminalstatistik 2021: Mit 55.665 Anzeigen gab es einen historischen Tiefstand - ein Minus von 7% gegenüber dem ersten Corona-Jahr 2020. „Ein Wert, der in Oberösterreich bisher noch nie erreicht wurde“, frohlockt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl.

Weniger Einbrüche
Lockdowns und Homeoffice führten beispielsweise auch dazu, dass insgesamt weniger eingebrochen wurde. „524 Anzeigen wegen Wohnraum-Einbrüchen bedeuten einen Rückgang von 36,9% und stellen den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre dar“, bestätigt Gottfried Mitterlehner, Chef des Landeskriminalamts (LKA) OÖ. Auch die Zahl der Kfz-Diebstähle ist mit 153 angezeigten Delikten erneut wieder gesunken (2020 waren es noch 184).

OÖ-LKA-Chef Gottfried Mitterlehner (Bild: APA/FOTOKERSCHI.AT)
OÖ-LKA-Chef Gottfried Mitterlehner
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2021 ist die Kriminalität mit Suchtmitteln um 16,6 Prozent zurückgegangen. Die Schutzzonen in Linz spielten dabei eine Rolle.

Gottfried Mitterlehner, LKAOÖ-Chef

Hohe Aufklärungsquote
Gleichzeitig stieg die Aufklärungsrate. „Das spiegelt wider, wie gut die Kollegen gearbeitet haben“, so Pilsl. Auch bei der Suchtmittelkriminalität gab es trotz illegalen Handels im Internet (via Darknet) mit nur 6228 Anzeigen einen deutlichen Anzeigenrückgang (minus rund 17 %). Und auch die Gewaltkriminalität mit 8563 Straftaten sank im Vergleich zu 2020 (9032) um 5,2%. Wobei als Haupttatwerkzeug bei 296 Delikten Stichwaffen eingesetzt wurden. Und wie schon 2020 gab es wieder fünf Morddelikte.

Virtuelle Tatorte
Dafür sieht sich die Polizei mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Denn die kriminellen Energien verlagern sich zunehmend in den virtuellen Raum. Menschen werden mit dem Versprechen nach schnellem Geld „ausgesackelt“. So wurden im Vorjahr 6352 Anzeigen wegen Internetkriminalität erstattet - ein Plus von 1467 Delikten. Traurig auch, dass die Zahl der Vergewaltigungen von 142 auf 163 anstieg (plus 14,8%).

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