Objektivität fehlt

Umstrittene Tiere stehen auf der „Watchlist“

Für die einen sind sie Schädlinge, am besten abzuschießen, für die anderen schützenswerte Tiere. Biber, Kormorane, Fischotter und Wölfe sind in Oberösterreich immer wieder im Zentrum heißer Diskussionen. Wissenschaftler haben sie auf der „Watchlist“, damit objektiv und nicht nur aus dem Bauch gestritten wird.
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Bei den Isegrims ist das Wolfsmanagement des Landes OÖ auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Heuer wurde in Leopoldschlag schon eine Fährte nachgewiesen, in Kopfing vermutlich ein Wolf gesichtet. Wie viele Tiere in OÖ unterwegs sind, ist aber unklar, fix dagegen, dass sich im Böhmerwald und an der Grenze zwischen Mühl- und Waldviertel zwei Rudel etabliert haben.

Kormoran und Fischotter unter Generalverdacht
Während der Wolfsbestand vor allem für Bauern mit Schafs- und Rinderbestand interessant ist, stehen bei den Fischern der Kormoran und der Fischotter unter Generalverdacht. Beim Fischotter gab das Land OÖ eine Studie bei der Grazer Uni in Auftrag, die – wie berichtet – jetzt fertig wurde. Der Bestand der Tiere hat sich in den 30 Jahren, seit denen sie unter Schutz stehen, auf 640 Individuen in Oberösterreich erholt. Jetzt gelten sie zwar nicht mehr als gefährdet, über eine Bejagung wird noch diskutiert.

1026 „Raubvögel“
Bei den Kormoranen gibt es auch schon seit zwölf Jahren in OÖ genaue Zählungen. Aktuell sind 904 Tiere in der Statistik der Naturschutzabteilung des Landes OÖ ausgewiesen, im Jänner wurden 1026 Tiere gezählt. Damit sind derzeit etwas mehr Tiere als in den vergangenen Jahren da, aber es ist keine „Invasion“. Eine Studie an der Traun, bei der 11.000 Fische mit Sendern versehen wurden, bewies kürzlich, dass jede zweite „gechippte“ Äsche von Kormoranen gefressen wurde. Der Beweis lag unter den Schlafbäumen der „Verdächtigen“: Die Transponder funkten im Vogelkot.

Biber im Visier der Bauern
Als Holzfäller sind die Biber in Oberösterreich wieder ins Visier der Landwirte geraten. Sie breiten sich rasch aus, nach dem Aussetzen von wenigen Exemplaren vor 35 Jahren hat sich der Bestand von null auf rund 650 Großnager erholt. Bis Oktober 2023 läuft im Auftrag von Naturschutzreferent Manfred Haimbuchner (FP) eine Erhebung, wie viele Biber wo leben. Denn die Rufe nach Dezimierung werden immer lauter.

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