12.02.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

„Es ist so ermüdend“

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Hexen, „Gsindl“, A…löcher. Täglich sickern neue ungustiöse Details aus Chats an die Öffentlichkeit. Als gäbe es die drohende Inflation nicht, die den Ärmsten im Land am meisten zu schaffen machen wird. Die dringend notwendige Pflegereform. Die tiefen Gräben, die das Thema Impfen gerissen hat.

Da scheint es lächerlich, sich mit Nachrichten zu beschäftigen, die teils über krumme Wege zur Justiz und an gewisse Medien gelangt sind. Zum Beispiel jenes Handy, das auf einem schaukelnden Boot ins Wasser gefallen ist. Beim Versuch, die Daten zu löschen, gelangte es in die Hände eines Maulwurfs, der die heiklen Chats ausspielte. Filmreifer Stoff.

„Es ist so ermüdend“, schreibt „Krone“-Leserin Berta F., „wir wissen doch ohnehin schon alles. Wäre es vielleicht möglich, die Justiz jetzt einmal in Ruhe arbeiten zu lassen und uns mit Einzelheiten zu verschonen?“

Im März beginnt der ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss. Spätestens dann werden die Chats wieder monatelang im Mittelpunkt stehen, ob es nun nervt oder nicht. Denn neben verbalen Herabwürdigungen wie Hexen, „Gsindl“ und A…löchern geht es um Postenschacher und Machtmissbrauch.

Stephan Tauschitz, der trotz Reden am Ulrichsberg Leiter des Kärntner Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde, ist Freitag seines Amtes enthoben worden. Ein erster Schritt. Und der Beweis, dass sich ohne öffentlichen Druck offenbar nichts ändert.

Conny Bischofberger
Conny Bischofberger
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