15.01.2022 07:00 |

PCR-Tests

Chaos muss mit Montag beseitigt sein

PCR-Testungen sind ein lukratives Geschäft, ein Experte sieht gar „Goldgräberstimmung“. Die Anbieter der Schultests haben offenbar dennoch total versagt - Betroffene schäumen.

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Das ist der worst case. So etwas darf einfach nicht passieren.„ Wie auch viele andere ist die Vorsitzende der Landesleitung AHS, Gertraud Salzmann, entsetzt über das bundesweite Testversagen an den Schulen. Nur durch aussagekräftige und verlässliche PCR-Tests sei es möglich, die Bildungseinrichtungen offen zu halten, so Salzmann. “Es herrscht eine große Unsicherheit, aber wir fordern: Am Montag hat das System wieder zu funktionieren!„ Dass nun wieder auf Antigentests gesetzt wird, trifft bei Salzmann auf Unmut. “Wir wissen, dass diese Tests nicht so aussagekräftig sind." Ab Montag wird an Salzburgs Schulen fünfmal die Woche getestet. Per Schnelltest werden zumindest hochinfektiöse Schüler rausgefiltert.

Salzburg hält an den zwei geplanten PCR-Tests fest
Trotz der fehlerhaften und fehlenden PCR-Ergebnisse möchte das Land ab Montag mit den zwei geplanten PCR-Tests pro Woche starten. Schülervertreterin Theresa Golser fordert für Salzburgs Schüler funktionierende Tests, ansonsten herrsche doppeltes Chaos.

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Das Wichtigste ist, die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Es ist alarmierend und sorgt für Verwirrung bei allen Schülern.

Schülervertreterin Theresa Golser

Auch bei Salzmann und ihren Kollegen ist der Ärger und die Enttäuschung über das Chaos groß. „Vor dem neuen Testanbieter hat die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert. Aber warum wechselt man gerade in so einer Zeit einfach den Anbieter?“ Noch im Dezember analysierte das Eugendorfer Labor Novogenia die PCR-Tests aus den Schulen, jedoch kam es zu einer Neuvergabe an eine Bietergemeinschaft mit Salzburger Beteiligung, sie seit heuer die Proben auswertet. Aus diesem Anlass wurden bereits im Vorjahr Stimmen laut, dass diese dem Volumen des Auftrages womöglich nicht gewachsen sei.

Das Bildungsministerium hat kein Verständnis für die Test-Panne und zieht den Anbietern nun offenbar die Daumenschrauben an. Man erwarte sich „ab Montag eine vertragsgemäße Leistung“, heißt es aus dem Bildungsministerium. Zudem prüfe die Finanzprokuratur derzeit bereits rechtliche Schritte gegen die säumigen Anbieter.

Labormediziner ortet „Goldgräberstimmung“
Der Salzburger Labormediziner Hans-Georg Mustafa ließ im Ö1-Mittagsjournal anklingen, dass im Bereich der PCR-Testungen eine regelrechte „Goldgräberstimmung“ ausgebrochen sei.

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Zum Teil werden die Tests von Stellen durchgeführt, wo man hinterfragen muss, ob die überhaupt die dafür nötige Expertise haben.

Hans-Georg Mustafa Labormediziner

Oftmals sei nicht gesichert, dass jene Unternehmen, die die Tests auswerten, das auch in der erforderlichen Qualität tun. Es mangle nicht nur an Expertise, sondern auch an nötiger technischer Ausstattung.

Ob die Pannen bei den Salzburger Schultestungen womöglich auch auf diese Gründe zurückzuführen sind, kann nur gemutmaßt werden. Verantwortliche der beiden beteiligten Salzburger Unternehmen – Tauernklinikum und Procomcure – waren am Freitag für die „Krone“ nicht erreichbar.

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