15.01.2022 08:00 |

Zwei Lebensretter

81-Jährigen im letzten Moment aus dem Inn gezogen

Dem beherzten Eingreifen von zwei Passanten verdankt ein 81-jähriger Tiroler sein Leben. Der Radfelder ist am Donnerstag gegen 16.15 Uhr auf schneebedecktem Boden in Kramsach ausgerutscht und in den Inn gestürzt. Zwei Spaziergänger, die mit ihren Hunden unterwegs waren, hörten die Hilferufe und zogen den stark unterkühlten Mann im letzten Moment aus dem Wasser.

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Das Unglück ereignete sich bei dem Spitz, wo die Brandenberger Ache in den Inn mündet. Dem 81-Jährigen ist vermutlich der rutschige Untergrund im Bereich einer Bootsrampe zum Verhängnis geworden. Er lag auf dem Rücken im knietiefen, eiskalten Wasser und konnte sich nicht befreien.

„Ich bin an dem Nachmittag wie schon öfters nach Kramsach gefahren, um mit meiner Labradorhündin Lilly am Inn einen Spaziergang zu machen“, erzählt der Alpbacher Andreas Moser (53). Dort sah er, wie ein Mann – Günther Praxmarer (62) aus Kramsach – vom Wasser herauflief. „Da liegt einer drin, rief er mir zu“, erzählt der Kaffeehausbetreiber.

Wegen eines technischen Problems des Handys konnte Praxmarer nicht die Rettung erreichen. „Ich riet ihm, seine Familie anzurufen, aber auch das klappte nicht“, schildert Moser, der sein eigenes Handy daheim gelassen hatte. Zum Glück gelang es dann, die Polizei in Kramsach zu verständigen.

„Einer allein hätte es sicher nicht geschafft!“
Um zum Opfer zu gelangen, mussten Moser und Praxmarer erst eine nahe Brücke überqueren. „Wir zogen den Mann aus dem Wasser. Das war wegen des lehmigen Untergrunds sehr schwierig“, sagt der Alpbacher. „Wir sind immer wieder ausgerutscht, einer allein hätte es nicht geschafft.“

Einmal aus dem Inn heraußen legten die Retter den Radfelder auf eine Decke, die Moser aus dem Auto geholt hatte und deckten den stark Unterkühlten zu. Sie massierten den Mann, um ihn an dem eiskalten Nachmittag halbwegs warm zu halten. Die in der Folge eingetroffenen Polizisten unterstützten die Ersthelfer. Die Rettung brachte das Opfer, das ansprechbar war, aber nur noch 30 Grad Körperkerntemperatur hatte, ins Krankenhaus Kufstein.

„Wie lange er im Inn lag, lässt sich schwer sagen. Alleine wäre er aber nie herausgekommen“, resümiert Moser.

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