14.01.2022 12:11 |

3 Männer angezeigt

„Pickerl“ illegal ausgestellt: 38 Kunden betrogen

Durch technische Gebrechen eines Anhängers im September trotz gerade ausgestelltem „Pickerl-Gutachten“ schöpfte ein Steirer Verdacht, durch intensive Ermittlungen kam die Polizei einem 66-jährigen ehemaligen Werkstattbesitzer aus dem Bezirk Leibnitz auf die Schliche: Er stellte illegal Plaketten für Fahrzeug-Anhänger aus - mit Unterstützung eines nahen Kfz-Betriebs. Zumindest 38 Personen wurden betrogen und eventuell dadurch in Gefahr gebracht. Die drei Tatverdächtigen erhielten eine Anzeige.

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Es hätte für 38 Personen gefährlich ausgehen können: Ohne die Anhänger genau zu überprüfen, stellte ein 66-Jähriger aus dem Bezirk Leibnitz „Pickerl-Gutachten“ aus. Bemerkt wurde das durch einen Zwischenfall im September: Ein Kunde fuhr mit seinem Anhänger von der Werkstatt weg, im Glauben, dieser sei repariert worden. Kurz danach kam es zu technischen Gebrechen. Eine andere Autowerkstatt erkannte den Schwindel und erstattete Anzeige.

Komplize machte Schwindel möglich
Früher hatte der 66-Jährige selbst eine Werkstatt besessen. Das Aufgeben der Berechtigung zum „Pickerl-Ausstellen“ hinderte ihm aber nicht daran, weiterzumachen: Durch die Kooperation mit einer anderen Werkstatt war er überhaupt erst in der Lage gewesen, den Betrug durchzuziehen.

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Der Mann und auch der Kfz-Betrieb haben fahrlässig gehandelt. Die Anhänger waren teils weit weg von dem, was zulässig ist.

Polizeisprecher Markus Lamb

Anhänger „weit weg von Zulassung“
Seine Kunden wussten nichts von der „Kooperation“. Erst durch lange Ermittlungsarbeiten der Polizei konnten die Betroffenen rückverfolgt werden: „133 Personen, die in diesem Zeitraum beim involvierten Kfz-Betrieb Kunden waren, wurden ausgehoben und alle einzeln befragt“, schilderte Polizeisprecher Markus Lamb. Übrig geblieben seien 38 Kunden, die ihren Anhänger beim 66-Jährigen überprüfen ließen. Sie wurden allesamt hinters Licht geführt.

Die Anhänger seien in der anderen Werkstatt auch nie einer Überprüfung unterzogen worden. Lamb: „Der Mann und auch der Kfz-Betrieb haben fahrlässig gehandelt. Die Anhänger waren teils weit weg von dem, was zulässig ist.“

Werkstatt-Besitzer geständig
Der 69-jährige Besitzer der involvierten Werkstätte zeigte sich umfassend geständig. Ein betroffener Mitarbeiter sowie der ehemalige Fahrzeugbauer verweigerten die Aussage. Alle drei wurden angezeigt.

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