13.01.2022 12:15 |

22 Mio. € veruntreut

Erste Anklage im Wirecard-Prozess erhoben

Eineinhalb Jahre nach dem Zusammenbruch des Wirecard-Konzerns hat die Münchner Staatsanwaltschaft die erste Anklage im mutmaßlich größten Betrugsskandal der Nachkriegszeit erhoben. Beschuldigt wird kein Manager, sondern eine Nebenfigur: Ein Ex-Geschäftspartner des untergetauchten früheren Vertriebschefs Jan Marsalek soll mit diesem 22 Millionen Euro aus der Konzernkasse veruntreut und davon acht Millionen Euro für sich selbst - etwa den Kauf eines Hauses - abgezweigt haben.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 26 besonders schwere Fälle von Geldwäsche verbunden mit Betrug in besonders schwerem Ausmaß und falsche Buchführung vor. Laut Ermittlungen wollten Marsalek, der Angeklagte und weitere Komplizen die 22 veruntreuten Wirecard-Millionen über eine Anlagegesellschaft in deutsche Start-ups investieren und so die kriminelle Herkunft der Gelder verschleiern - daher der Geldwäschevorwurf.

Geld abgezweigt für Hauskauf und Umbau
Anders als mit Marsalek und Co. verabredet soll der Angeklagte dann aber acht Millionen Euro für den Kauf und Umbau eines Hauses in München sowie eigene Büros in der Schweiz ausgegeben haben. Nun muss zunächst das Münchner Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Video: Erste Anklage erhoben (ab Sekunde 40)

Anklage Brauns bis März möglich
Bisher nicht angeklagt ist der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun, der seither in Untersuchungshaft sitzt. Das für die Haftprüfungen zuständige Münchner Oberlandesgericht hatte aber kürzlich deutlich gemacht, dass es mit einer Anklage Brauns bis März rechnet.

Fakten

Die Ermittler werfen Braun und anderen früheren Wirecard-Spitzenmanagern bandenmäßigen Betrug vor. Sie sollen nicht vorhandene Umsätze in Milliardenhöhe erfunden haben, um systematisch Kredite und Investorengelder zu erschleichen. Der Betrugsschaden könnte demnach eine Rekordsumme von drei Milliarden Euro erreicht haben.

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