13.01.2022 11:15 |

Projekt in Negev-Wüste

Baumpflanzungen lösen Proteste von Beduinen aus

In der israelischen Negev-Wüste hat ein Projekt zur Pflanzung von Bäumen zu Protesten von arabischen Beduinen geführt. Diese sehen in den Plänen nämlich einen Angriff auf ihre traditionelle Lebensweise. Am Mittwoch kam es deshalb zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen die Polizei sogar Betäubungsgranaten einsetzte. Die Baumpflanzaktion sorgt auch für Streit innerhalb der Regierungskoalition.

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Außenminister Yair Lapid forderte einen Stopp der Pflanzungen. Die islamistische Ra‘am-Partei - ihr Chef Mansour Abbas wird vor allem von den Negev-Beduinen unterstützt - drohte, ihre Stimmen im Parlament aus Protest zurückzuhalten, solange weiter Bäume gepflanzt werden. Die Regierung von Ministerpräsident Naftali Bennett hätte dann in der Knesset, dem israelischen Parlament, keine Mehrheit mehr.

Ausgelöst wurden die Proteste der Beduinen durch ein Projekt des jüdischen Nationalfonds KKL. Der pflanzt im Auftrag einer Regierungsbehörde die Bäume in der Negev. Laut Angaben des KKL geht es dabei um Landschaftspflege und Umweltschutz sowie eine jüdische Tradition vor dem Feiertag Tu Bischewat, (dem jüdischen Neujahrsfest der Bäume, Anm.), an dem es üblich ist, Bäume zu pflanzen.

Beduinen befürchten Konfiszierung ihres Landes
Die in der Wüste lebenden Beduinen haben jedoch Zweifel an dieser Darstellung. Sie glauben, dass es Israel vielmehr darum geht, arabische Ländereien zu konfiszieren und den Bau von Häusern für die Beduinen, von denen viele nur in einfachen Hütten ohne Wasser und Strom hausen, zu verhindern. Sie sagen, dass die Bäume auf Land gepflanzt würden, das ihnen gehöre.

Die rund 12.000 Quadratkilometer große Negev-Wüste nimmt etwa 60 Prozent des Staates Israel ein, doch nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung leben in diesem Gebiet. Praktisch nur Beduinen, die etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

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