03.01.2022 20:30 |

Ausfall droht

So gefährlich sind alte Atom-Meiler

Eine Laufzeitverlängerung des slowenischen AKWs Krško würde die Kassen der Betreiber weiter klingeln lassen. Jedoch ist der Reaktor aus Sowjetzeiten marod - und es droht ähnliches Ungemach wie in England. Hier gab das alte Kraftwerk Dungeness B plötzlich den Geist auf.

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Der Krško-Konzern möchte sich gerne noch 20 Jahre lang die Hände reiben - das Weiterlaufen des slowenischen Uralt-Reaktors würde gutes Geld in die Kassen der Betreiber spülen. Dass dabei jedoch laufend hochradioaktiver Müll anfällt, der von den nachfolgenden Generationen für 240.000 Jahre (!) mit Argusaugen bewacht werden muss, stört die Atomlobby kaum. Denn schon jetzt dümpeln 1322 abgebrannte Brennelemente in einem Pool neben dem AKW quasi unter freiem Himmel dahin.

Dass die Versorgungssicherheit von Atomstrom das A und O im Energiegeschäft sei, ist ein gerne erzähltes Märchen. Das müssen aktuell etwa die Franzosen feststellen. Laut Aktienindex Nasdaq ist der Strompreis in Frankreich nämlich doppelt so hoch wie in Deutschland. Der Grund: Die französische Kernkraftwerks-Flotte ist fast ein Drittel des Jahres offline.

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„Der Konzern versuchte verzweifelt, verrostete Rohrleitungen und Dampferzeuger zu reparieren. 100 Millionen Pfund flossen in die Notmaßnahmen.“

Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Experte von Global 2000

„Worst Case“ droht bei alten Meilern
Auch nicht gerade vertrauensbildend: Bei alten Meilern kann plötzlich der „Worst Case“ eintreten. Neben Super-GAUs wie in Tschernobyl oder Fukushima droht ihr Ausfall, und zwar von einem Tag auf den anderen. So geschehen im vergangenen Jahr in England.

In England fiel ein AKW plötzlich aus
In den 1980er-Jahren nahm das Atomkraftwerk Dungeness B zwei Reaktoren in Betrieb - jeder etwas kleiner als Krško, beide jünger als der slowenische Meiler. Eigentlich sollte Dungeness B laut Plan des französischen Konzerns EDF bis 2028 am Netz hängen, doch 2018 kam das Desaster. „Signifikante und anhaltende Probleme“ sorgten für Alarmstufe Rot.

„Der Konzern versuchte verzweifelt, verrostete Rohrleitungen und Dampferzeuger zu reparieren. 100 Millionen Pfund flossen in die Notmaßnahmen“, berichtet Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Experte von Global 2000. Die Mühen waren umsonst, die alte Anlage musste verschrottet werden. „Ohne Vorwarnung fehlt plötzlich eine Energie-Produktionskapazität in Ausmaß von einem Drittel aller in Österreich laufenden Windräder, England muss schlagartig teuer Strom importieren“, so der Umweltaktivist.

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