23.12.2021 13:26 |

Perfekt erhalten

Forscher entdecken Baby-Dinosaurier in Ei

Ein Überraschungsfund aus China sorgt aktuell bei Forschern für Aufsehen - 21 Jahre lang verweilte ein Ei mit einem äußerst gut erhaltenen fossilen Dinosaurier-Embryo in einem Museumslager. Bei einer genaueren Analyse machten die Wissenschaftler dann schließlich den einzigartigen Fund. Es handle sich dabei um „eines der schönsten Fossilien, die ich je sah“, so ein Forscher. „Baby Yingliang“ soll nun Details über die Entwicklung heutiger Vögel preisgeben.

Der Fund stammt aus der Region um die Metropole Ganzhou in der Provinz Jiangxi, im Süden Chinas - und beinahe wäre er in Vergessenheit geraten. Lange unbeachtet, landete das Ei nämlich in einem Lager des Yingliang Stone Nature History Museums, in dem das Bergwerkunternehmen Yingliang Group seine Funde ausstellt. Erst zehn Jahre später stießen Mitarbeiter beim Sortieren von einigen Kisten wieder darauf.

Sehr seltener Fund
Das fachkundige Museumspersonal identifizierte den Fund als Dinosaurierei und ließ ihn präparieren. Zum Vorschein kam ein außergewöhnlich gut erhaltener Embryo. Das von Kopf bis Schwanz geschätzt 27 Zentimeter lange Tier kauerte zusammengedrückt in dem Ei von rund 17 Zentimetern Länge. Der Embryo ist vermutlich zwischen 72 und 66 Millionen Jahren alt. Damit reicht er nah an das Ende der Dinosaurier heran, das wohl durch einen Meteoriteneinschlag besiegelt wurde.

Solche Funde seien sehr selten und meist unvollständig, heißt es. Zudem befinden sich die Knochen meist nicht mehr in ihrem Verbund. Die Forscher, zu denen auch Wissenschaftler von der University of Birmingham in Großbritannien gehören, haben das Tier „Baby Yingliang“ getauft.

Eng mit Vögeln verwandt
Die Wissenschaftler zählen es zur Gruppe der Oviraptorosaurier, die nicht nur eng mit Vögeln verwandt sind, sondern auch äußere Ähnlichkeiten aufweisen. Die zahnlosen Tiere liefen auf zwei Beinen, die Größe variierte zwischen der eines Truthahns bis hin zu acht Meter großen Exemplaren. Funde stammen aus der Kreidezeit und wurden in Asien und Nordamerika gemacht. Aufgrund ihrer Schnabelformen ernährten sich die Tiere von Pflanzen, es gab aber wohl auch Allesfresser.

„Dieser Dinosaurierembryo in seinem Ei ist eines der schönsten Fossilien, die ich je gesehen habe“, meinte Steve Brusatte von der University of Edinburgh, der an der Erforschung des Eis mitgewirkt hat. Er sehe aus wie ein Vogelbaby, das sich in seinem Ei zusammengerollt habe. Das sei ein weiterer Beweis dafür, dass viele Merkmale, die für die heutigen Vögel charakteristisch sind, sich zuerst in ihren Dinosauriervorfahren entwickelt haben.

Schon in Schlüpf-Position
Besonders fasziniert zeigten sich die Wissenschaftler vor allem von der Haltung des Tiers, die bisher nie bei solchen Dinosauriern beobachtet worden sei. Es hat die charakteristische Position eingenommen, die man vom Schlüpfen heutiger Küken kennt und die bisher nur Vögeln zugeschrieben wurde. Die Tiere sind dafür bekannt, dass sie kurz vor dem Brechen der Eierschale eine gekippte Haltung einnehmen, die vom zentralen Nervensystem gesteuert wird.

Dabei krümmen sie ihren Körper und bringen den Kopf in eine Position unterhalb der Flügel. Embryonen, die diese Haltungen nicht erreichen, haben ein höheres Risiko, aufgrund des erfolglosen Schlüpfens zu sterben.

Möglicherweise hat sich dieses Verhalten bereits früher entwickelt, als man bisher angenommen hatte, folgert die Studie, für die das Team auch Funde von anderen Oviraptorosaurier-Embryonen verglichen hat.

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