22.12.2021 07:00 |

Captagon-Prozess

Kronzeuge mit Polizeischutz: „Ich habe es gesehen“

Erst am fünften Verhandlungstag im Mega-Prozess rund um eine mutmaßliche Captagon-Bande waren die ersten Details über den mutmaßlichen Suchtgifthandel in Millionen-Höhe zu hören – vom Kronzeugen, der unter Polizeischutz aussagte. Und dabei schilderte, wie die Pillen gelagert und in Pizzaöfen verpackt wurden.
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Zwei maskierte und bewaffnete Polizisten standen links und rechts vom Kronzeugen – weitere vier Beamte saßen in Zivil im Schwurgerichtssaal. Alles für den Schutz des wichtigsten Zeugen der Anklage: einen Iraker (41), der zwei Jahre mit einer der Mitangeklagten zusammen war und im Juli 2020 auspackte. 2015 sei er in die Familie gebracht worden, übersetzte der Dolmetscher. Und folglich auch in das Captagon-Geschäft: „Sie wollten mir das Leben schmackhaft machen“, schilderte er teils ausschweifend. So sei er schockiert über den Anblick der Tabletten gewesen: „Drogen habe ich nur in Filmen gesehen.“ Tausende Pillen waren in silbernen Eimern im Keller der Bürmooser Pizzeria gelagert. Der Zweitangeklagte, Sohn des Hauptangeklagten, soll den Iraker über Herkunft und Ziel der Tabletten unterrichtet haben. Der Kronzeuge war auch selbst als Helfer dabei, als die Drogen in Elektro-Geräte wie Pizzaöfen verpackt und versteckt wurden: Er gab Details preis. Warum er zur Polizei ging? „Mein Gewissen. Es war meine Pflicht.“ 

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