Wollte aussteigen

Rockerbande quälte Opfer stundenlang in Wohnung

Weil er aus einem Rockerclub aussteigen wollte, hat ein 25-Jähriger ein stundenlanges Martyrium durchleben müssen. Die Mitglieder des Clubs hielten den jungen Mann Mitte September in einer Wohnung im Wiener Bezirk Floridsdorf fest - schlugen ihn und zwangen ihn zu menschenunwürdigen Handlungen. Nun konnten sechs Verdächtige festgenommen werden.

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Im September reichte es dem 25-Jährigen: Er wollte dem Rockerclub den Rücken kehren. Als er den Mitgliedern seine Entscheidung mitteilte, begann das Martyrium. Sechs Männer im Alter von 23 bis 37 Jahren hielten den 25-Jährigen mehrere Stunden in der Wohnung fest. Sie bedrohten ihn, schlugen auf ihn ein und erniedrigten ihn.

Stunden später wurde das Opfer freigelassen - allerdings musste der gezeichnete Mann noch mehrere Tausend Euro „Aussteigebühr“ bezahlen.

Einsatz von WEGA und Cobra
Der 25-Jährige ging im Oktober zur Polizei und meldete den Vorfall. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang es der Polizei nun, sechs Tatverdächtige auszuforschen. Mit Unterstützung der WEGA und der Cobra wurden die Männer an ihren Wohnadressen festgenommen. Vier Verdächtige wurden in die Justizanstalt gebracht, zwei auf freiem Fuß angezeigt.

Bei dem Club habe es sich nicht um einen Ableger der bekannten internationalen Rockergangs gehandelt, und mit dem Abschluss der Amtshandlung seien die Kriminalisten ziemlich sicher, dass sie die ganze hiesige Gruppierung gesprengt haben dürften: Mehr Mitglieder habe es offenbar nicht gegeben, berichtete Polizeisprecher Christopher Verhnjak auf APA-Anfrage

Alle Männer - sie sind österreichische Staatsbürger bzw. staatenlos - waren bereits polizeibekannt. Sie zeigten sich in ersten Befragungen teilgeständig.

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