16.12.2021 10:00 |

Genesener berichtet

Corona: „Zähneputzen war ein Hochleistungssport“

Mitte 30, jung, fit - und dann kam Corona. Langsam erholt sich der Grazer Matthias Hohl von der Krankheit, die ihn fast das Leben gekostet hätte. Er bittet: „Lasst euch impfen!“

Heute kann Matthias Hohl wieder spazieren gehen, ohne sofort um Luft ringen zu müssen. Entlang der Mur genießt er die Sonnenstrahlen, die den Wintertag mild machen. „Seit wenigen Wochen brauche ich keinen Sauerstoff mehr, wenn ich mich bewege, meine Sättigung ist wieder gut“, erzählt der 35-jährige Unternehmer. Fast zwei Monate ist es her, dass Corona Hohls Leben auf den Kopf stellte. „Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass ich so schwer krank werden kann. Das hat meine ganze Perspektive auf das Leben verändert.“

„Es begann schleichend“
Es begann schleichend. „Ich hatte einen bellenden Husten, der immer stärker wurde.“ Erst Tage später zeigten Tests: Matthias Hohl war Corona-positiv. „Das war ein Schreck. Vor allem, weil ich ungeimpft war.“ Wieso? „Ich hatte im Sommer einen Termin, war dann aber verhindert. Dann habe ich mich ehrlich gesagt nicht mehr darum gekümmert - die Zahlen gingen runter, die Lage schien sicher.“ Im Herbst kam ihm die Krankheit zuvor.

Nur drei Tage nach dem positiven Test hatte sich Hohls Zustand so sehr verschlechtert, dass er ins Krankenhaus musste. „Ich hatte Atemnot, mir hat alles wehgetan. Sobald ich aufgestanden bin, hat mein ganzer Körper gezittert. Selbst ins Badezimmer gehen, um mir meine Zähne zu putzen, war unmöglich.“

Und das, obwohl Hohl erst 35 ist, sportlich, Nichtraucher, und keine Vorerkrankungen hat.

„Ich konnte nicht mehr aufstehen“
Zwischen Ärzten und Pflegern in Corona-Schutz-Montur kam Hohl im Grazer Uniklinikum an. „Da habe ich mich dann sicherer gefühlt. Man merkt, da ist jemand da, der sich um dich kümmert.“ Der Höhepunkt der Krankheit kam zwei Tage später. „Ich konnte nicht mehr aufstehen, mich nicht aufsetzen. Die Ärzte haben gesagt, dass ich mich auf alles vorbereiten muss. Es kann sein, dass man am nächsten Tag im künstlichen Tiefschlaf liegt.“

So weit kam es zum Glück nicht. Nach elf Tagen durfte Hohl das LKH verlassen.

Erkrankung offen gezeigt
Seine Erkrankung hat Hohl auf Instagram offen gezeigt. „Andere Menschen sollen nicht den gleichen Fehler machen, sich nicht impfen zu lassen“, erklärt er seine Gründe dafür. „Die meisten Reaktionen darauf waren zum Glück sehr positiv.“ Einige Leute konnte Hohl von der Impfung überzeugen. „Eine Frau hat mich angeschrieben und um ein Telefonat gebeten. Danach hat sie einen Termin ausgemacht.“

Trotzdem: Nicht bei allen kam die Botschaft an. „Einer meiner besten Freunde ist Impfgegner. Er hat während dieser ganzen Zeit kein einziges Mal gefragt, wie es mir geht. Er hat mir nur geschrieben: ,Hättest du dich besser ernährt und mehr Sport gemacht, wäre das nicht passiert.’ Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr miteinander.“

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