Di, 21. August 2018

Lohn für viel Tore

19.04.2011 18:47

Kärntner Grabner Kandidat für NHL-"Rookie des Jahres"

Mit 16 Jahren ist Michael Grabner von Kärnten ausgezogen, um Karriere in der großen Eishockey-Welt zu machen. Jetzt, sieben Jahre später, könnte er der erste österreichische Eishockey-Profi sein, der einen Saison-Award der National Hockey League (NHL) gewinnt. Der 23-jährige ÖEHV-Stürmer in Diensten der New York Islanders wurde am Dienstag als einer von drei Kandidaten für die Calder Memorial Trophy für den besten Rookie (Neuling) der Liga nominiert. Die Auszeichnung wird am 22. Juni in Las Vegas vergeben.

Die weiteren Nominierten sind der 18-jährige Jeff Skinner (Carolina Hurricanes) und der 22-jährige Logan Couture (San Jose Sharks). Das Trio hat die Offensiv-Statistiken der NHL-Rookies in dieser Saison angeführt. Grabner war mit 34 Treffern bester Torschütze aller Neulinge vor Couture (32) und Skinner (31.). Nach Punkten lag Skinner mit 63 vor Couture (56) und Grabner (52.).

Grabner stammt aus der Eishockey-Hochburg Villach. Zum fünften Geburtstag wurde er von seiner Mutter bei den Knirpsen des VSV angemeldet. Die Eishalle stand quasi gleich um die Ecke. "Nach zwei Wochen wollte ich aufhören. Aber der Papa hat gesagt, ich soll das Jahr fertig machen und dann fragt er mich nochmal", erinnerte sich Grabner. Das war nicht mehr nötig.

Bester Torschütze seines Teams
Grabner entwickelte sich zu einem Stürmer, der auf seine enorme Schnelligkeit und seine Abschlussstärke bauen kann. Das bekommen mittlerweile auch die NHL-Gegner zu spüren. Mit 34 Treffern war Grabner der beste Torschütze seines Clubs und aller Rookies der Liga, im vergangenen Jänner sprintete er zudem in die Schlagzeilen der Fachpresse.

Der Kärntner gewann im Rahmen des All-Star-Wochenendes in Raleigh den Bewerb "schnellster Eisläufer". Seine Schnelligkeit ist eine Gabe, die mehr angeboren als antrainiert ist. "Ich habe nie wirklich viel dafür getan im Training oder Eislaufkurse genommen. Ich bin auch auf festem Boden ein guter Sprinter", sagt er.

Debüt beim Villacher SV
In der Saison 2003/04 debütierte Grabner in der Kampfmannschaft des VSV unter Trainer Greg Holst. Der Austro-Kanadier erkannte sein Talent, legte dem jungen Stürmer einen Wechsel in die nordamerikanische Eishockey-Schule nahe und half ihm auf dem Weg dorthin. Grabner kam bei den Spokane Chiefs, einem US-Club der kanadischen Juniorenliga, unter und zog dort die Aufmerksamkeit der Scouts (Talente-Späher) auf sich. Im Jahr 2006 erwarben die Vancouver Canucks im Draft (als Nr. 14 gedraftet) die Rechte an Grabner.

Der Kärntner musste ins Farmteam Manitoba Moose. Er versuchte in der Vorbereitungszeit viermal vergeblich, sich einen Platz im NHL-Kader des kanadischen Top-Klubs zu erkämpfen. Am 16. Oktober 2009 kam er aber doch zu seinem NHL-Debüt für die Canucks, für die er 20 Spiele im Grunddurchgang und neun im Play-off absolvierte.

Die im Sturm bestens besetzten Canucks gaben Grabner, der an der US-Westküste schon mit der "russischen Rakete" Pawel Bure verglichen wurde, im Sommer des Vorjahres dennoch an die Florida Panthers ab.

Durchbruch bei den New York Islanders
Nach einem schlechten Vorbereitungscamp verloren die Panthers das Vertrauen und schickten ihn ins Farmteam nach Rochester. Die New York Islanders allerdings glaubten an das Potenzial des Erstrundendrafts und schlugen zu - ein Transfer, der sich als Goldgriff erwies. Grabner machte den Song "Live Is Life" der steirischen Band Opus, der bei jedem Tor der Islanders im Nassau Coliseum erklingt, zu einem Schlager auf Long Island.

Grabner erzielte 34 Tore und ist damit zweitbester Rookie der Islanders-Geschichte hinter dem legendären Mike Bossy (53 Tore 1977/78), der vor der Ära von Wayne Gretzky zweimal NHL-Torschützenkönig war und bester Torschütze der Islanders-Geschichte ist. Auch Auszeichnungen heimste der Flügelflitzer ein. Er wurde von 7. bis 13. Februar zum NHL-Spieler der Woche gekürt und war im Februar bereits "Rookie des Monats". Nun könnte er am 22. Juni in Las Vegas bei der Awards-Gala als bester Neuling der gesamten Saison geehrt werden.

Gute Karten für neuen Vertrag
Für die anstehenden Vertragsgespräche ist das kein schlechtes Argument. Grabners Vertrag ist nach dieser Saison ausgelaufen, allerdings ist er noch "restricted free agent", seine Transferrechte liegen also noch bei den Islanders. Dennoch darf er mit einem Millionenvertrag rechnen. Sein Motto, dass er sich auf Chinesisch auf seinen Arm hat tätowieren lassen, scheint aufzugehen: Respekt, Hoffnung, Glaube, Durchhaltevermögen. Privat hat er sein Glück längst gefunden. Grabner ist seit seiner Zeit in Spokane mit Heather liiert, Anfang April kam ihr erstes Kind Aidan Johann zur Welt.

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