09.12.2021 06:56 |

DNA-Übereinstimmung

Srebrenica-Massaker: Neues Massengrab entdeckt

In einem neu entdeckten Massengrab im Süden von Bosnien-Herzegowina sind weitere Opfer des Massakers von Srebrenica aus dem Jahr 1995 gefunden worden. Wie die Internationale Kommission für vermisste Personen (ICMP) am Mittwoch erklärte, wurde das Grab in der Nähe der Stadt Kalinovik gefunden, 200 Kilometer von Sebrenica entfernt. Damit sei es bisher das „mit Abstand“ am weitesten von Srebrenica entfernt entdeckte Massengrab.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Nun haben Angehörige von zehn weiteren Opfern Gewissheit und können endlich auch ihre Liebsten begraben, nachdem DNA-Proben vom Fundort mit genetischem Material von Verwandten abgeglichen wurden und Übereinstimmungen gefunden worden sind. Dem Leiter des Westbalkan-Programms von ICMP, Matthew Holliday, zufolge befindet sich das neue Grab nur wenige Kilometer von einem Dorf entfernt, wo Paramilitärs der „Skorpion“-Einheit Mitte Juli 1995 sechs Gefangene aus Srebrenica hinrichteten. Filmaufnahmen dieser Hinrichtung waren bei internationalen Prozessen als Beweismittel gezeigt worden.

Der Gedächtnisstätte Srebrenica Memorial Centre zufolge wurden bereits mehr als 90 Massengräber mit Opfern des Massakers gefunden. Die Forscher gehen davon aus, dass viele der Leichen aus ihren ursprünglichen Massengräbern später wieder ausgegraben und an neuen Orten verscharrt wurden, um das Verbrechen zu verdecken. Der Verbleib von hHunderten Opfern ist nach wie vor ungeklärt, neue Entdeckungen von Gräbern werden allerdings immer seltener. Holliday zufolge stammt die letzte Entdeckung aus dem Jahr 2016.

Urteile des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag
Internationale Gerichte haben die Hinrichtung von mehr als 8000 muslimischen Männern durch bosnisch-serbische Streitkräfte in Srebrenica im Jahr 1995 als Völkermord qualifiziert. Der bosnisch-serbische Kriegsführer Radovan Karadzic und sein Armeechef Ratko Mladic wurden beide von einem UNO-Kriegsverbrechergericht zu lebenslanger Haft verurteilt, insbesondere wegen des Massakers in Srebrenica.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).