05.12.2021 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Christian Baha: Eine Frage der (L)ehre

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Ehre, wem Ehre gebührt. Estland, das kleine 1,3-Millionen-Einwohner-Land, setzt nicht nur auf Innovation und die höchste Start-up-Dichte weltweit, sondern vor allem neue Maßstäbe in Sachen (Aus-)Bildung. In der PISA-Studie, die alle drei Jahre die Leistungen der Schulen vergleicht, liegen die Esten auf Platz 1. Dabei wenden sie für diese Top-Position, in Relation zur Population, nur halb so viel Geld auf wie Österreich.

Kein Wunder, dass mir ein Leser schrieb: „Schon die OECD hat festgestellt, dass Österreich über ein sehr teures, aber ineffektives Bildungssystem verfügt. Bereits vor Corona hatten 33 Prozent der Schulabsolventen Probleme mit sinnerfassendem Lesen, Schreiben und Rechnen.“

De facto liegt die beste österreichische Uni im internationalen Vergleich nur auf Rang 164. Einst stand die erste Uni im heutigen deutschen Sprachraum in Wien. Heute, 656 Jahre später, kann keine österreichische Hochschule mit den Weltbesten mithalten, auch keine Technische. In der Schweiz aber hat die ETH Zürich eine Top-Position, Nummer 8 weltweit, Nummer 3 in Europa. Mit ein Grund, warum Google sein größtes Büro außerhalb der USA mit 1100 hoch qualifizierten Mitarbeitern in Zürich angesiedelt hat.

De facto brauchen wir neue Lehrpläne. Sonst erschafft unser antiquiertes Schulsystem mit seinem 100 Jahre alten Lehrplan nur eine disziplinierte und deprimierte Bevölkerung. Die Frage der Lehre muss wieder zur Frage der Ehre werden.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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