23.11.2021 12:33 |

Mindestens fünf Tage

Distance Learning ab 2. Corona-Fall pro Klasse

Klassen sollen künftig bundesweit ab dem zweiten Corona-Infektionsfall für mindestens fünf Tage ins Distance Learning geschickt werden: Darauf haben sich Bildungs- und Gesundheitsministerium verständigt, hieß es am Dienstag. Allerdings müsse man sich noch mit den Ländern einigen.

Für den ersten Infektionsfall in der Klasse soll künftig die Regel gelten: Betroffene Kinder müssen daheim bleiben. Für alle anderen Kinder läuft der Unterricht weiter, sie müssen aber fünf Tage lang täglich testen.

Ab dem zweiten Corona-Fall soll jedoch gelten: Die gesamte Klasse wechselt nach Rücksprache mit der jeweiligen Bildungsdirektion ins Distance Learning. Dort verbleiben die Kinder in der Regel für fünf Tage. Anschließend muss ein Test absolviert werden - wenn möglich ein PCR-Test. Erst dann können die „negativen“ Kinder wieder zurück in den Präsenzunterricht.

Ausbreitung in der Klasse verhindern
„Das ist eine vorsichtige Maßnahme, die der aktuellen Infektionslage angepasst ist, um weitere Ausbreitungen in der Klasse zu verhindern“, erklärt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Stellungnahme. In den vergangenen Wochen hatten vor allem Lehrervertreter und Direktoren wiederholt beklagt, dass vor allem in Salzburg und Oberösterreich immer wieder Schüler trotz Kontakts mit infizierten Klassenkameraden nicht oder erst verspätet abgesondert wurden und weiter den Unterricht besuchten. Zuletzt forderten sie deshalb, die Entscheidung über eine Quarantäne selbst treffen zu dürfen und erst im Nachhinein durch die Gesundheitsbehörde absegnen zu lassen.

Schule soll Distance Learning verordnen
Bisher lief das Nachhauseschicken der Kinder über die jeweilige Quarantäne - bzw. Kontaktpersonenregeln, die von den Gesundheitsbehörden der Länder verhängt wurden. Da das Contact Tracing in mehreren Bundesländern aber de facto zusammengebrochen ist, wurde dies oft nicht eingehalten. Salzburg etwa schickte ab Anfang November nur infizierte Kinder nach Hause. Künftig soll die Schule in Absprache mit der Bildungsbehörde direkt das Distance Learning verordnen können.

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Die Schule übernimmt hier einmal mehr die Aufgabe der Gesundheitsbehörden, die diese derzeit nicht wahrnehmen.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)

Die Maßnahme muss noch mit den Ländern abgestimmt werden, betonte man im Gesundheitsministerium. Dazu sollen noch am Dienstag Gespräche stattfinden - die Länder hatten allerdings bereits am Montag solch eine Regelung eingefordert.

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