23.11.2021 12:02 |

Wasser viel teurer

Stadt in der Türkei erhöht für Ausländer Preise

Ein Bürgermeister in der Türkei macht mit höheren Preisen für Ausländer von sich reden: Menschen ohne türkischen Pass müssen im nordtürkischen Bolu nun den zehnfachen Preis für Wasser und deutlich mehr als türkische Staatsbürger für standesamtliche Trauungen zahlen, berichtete der staatliche Sender TRT am Dienstag.

„Wir wollen nicht, dass Ausländer hier heiraten, Kinder kriegen und sich in Bolu niederlassen“, sagte der Bürgermeister der Stadt, Tanju Özcan, zuletzt über seinen Beschluss. Ihm wird nun Rassismus vorgeworfen: Jeder habe gleichen Anspruch auf öffentliche Dienstleistungen, reagierte Justizminister Abdulhamit Gül via Twitter.

Disziplinarverfahren läuft
Auch der Politiker der pro-kurdischen Partei HDP, Ömer Faruk Gergerlioglu, warf dem Bürgermeister Rassismus und Diskriminierung vor und forderte Özcans Partei - die kemalistische CHP - auf, ihn aus der Fraktion auszuschließen. Gegen ihn läuft bereits ein Disziplinarverfahren, hieß es von einem Sprecher der Partei. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Özcan wegen Amtsmissbrauchs, sowie wegen Hass und Diskriminierung, berichtet TRT.

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Wir wollen nicht, dass Ausländer hier heiraten, Kinder kriegen und sich in Bolu niederlassen.

Bürgermeister der Stadt Bolu, Tanju Özcan

Hohe Wasserpreise nicht für Flüchtlinge
Der TRT zufolge kostet eine Hochzeit am Standesamt in Bolu nun 100.000 türkische Lira - mehr als 7300 Euro. Für türkische Staatsbürger beginnen die Preise bei etwa 500 Lira, knapp 40 Euro. Die Regelung für erhöhte Wasserpreise gelte laut Özcan nicht für Flüchtlinge, sondern nur für Ausländer, die eine Niederlassungserlaubnis in Bolu hätten.

Özcan hat in der Vergangenheit bereits mehrmals für heftige Kontroversen gesorgt. Kurz nach seiner Wahl 2019 verkündete er etwa, Hilfszahlungen für Flüchtlinge einzustellen.

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