20.11.2021 21:04 |

Experten klärten auf

„Schnell, hier gibt es Infos zum Impfen!“

Man darf Angst haben. Man darf zweifeln. Man darf sich aber auch informieren - und umentscheiden. Gelegenheit dazu gaben die MedUni Wien und die „Krone“.

Reges Treiben im Einkaufszentrum Huma Eleven in Wien-Simmering, so kurz vor dem Lockdown am Montag. Für viele kommt da der Infostand von MedUni Wien und der „Krone“ gerade recht: „Komm schnell her“, hört man da eine Dame telefonieren, „hier gibt es Infos zur Impfung!“ Dann eilt sie zu unseren Experten, Virologin Monika Redlberger-Fritz und Pharmakologe Markus Zeitlinger, auch Berater der Europäischen Arzneimittelagentur EMA.

Letzterer berät da gerade ein junges Pärchen: „Wir haben Kinderwunsch und haben uns deshalb noch nicht impfen lassen“, so die beiden. Sachlich und ruhig beantwortet Zeitlinger alle Fragen - und die wichtigste: Nein, die Impfung macht nicht unfruchtbar! Letztlich sind die jungen Leute glücklich: Sie wollen sich jetzt doch impfen lassen. Warum? „Es hat uns gefehlt, dass jemand so mit uns geredet hat.“

Auch Virologin Redlberger-Fritz hat einiges aufzuklären. Eine Schwangere will wissen, ob sie vor oder nach der Geburt auffrischen soll: „Ruhig auch in der Schwangerschaft“, weiß Redlberger-Fritz, „dann ist das Kind auch geschützt.“

Mehr als 50 Beratungsgespräche führen die zwei MedUni-Wien-Experten. Viele Menschen sind z.B. verunsichert wegen der Impfdurchbrüche, vielen ist nicht klar, dass jene, die auf die Intensivstation müssen, zumeist Menschen hohen Alters bzw. mit entsprechenden Vorerkrankungen sind. Zeitaufwendig ist das Ganze schon, aber unser Experten-Team ist glücklich: „Wenn Menschen ihre Sorgen loswerden, die sie monatelang belastet haben, dann ist es das auf jeden Fall wert.“

Wichtige Antworten zum Schutz-Stich

  • Warum soll ich mich überhaupt impfen lassen? Das hilft doch eh nichts.
    Doch! Die Impfung schützt vor schweren Verläufen und dem Tod - etwa bei den über 60-Jährigen zu 93 Prozent. Es ist zwar richtig, dass man auch mit der Impfung erkranken kann, aber das trifft nur drei Prozent. Und bei denen verläuft die Erkrankung in der Regel sehr mild. Ja, es stimmt, dass Geimpfte das Virus auch weitergeben können, aber über einen viel kürzen Zeitraum, und sie scheiden deutlich weniger Viruslast aus als Ungeimpfte.
  • Wann soll ich mir eigentlich die Auffrischung holen? Ich war doch erst impfen.
    Angesichts dessen, dass die Impfwirkung mit der Zeit nachlässt, wird jenen, die mit Vektorstoffen geimpft worden sind - also AstraZeneca oder Janssen/Johnson & Johnson -, der Stich nach vier Monaten empfohlen. Für jene, die Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten haben, bleibt die offizielle Empfehlung bei sechs Monaten, wer aber will, kann sich den dritten Stich auch in diesem Fall nach vier Monaten abholen.
  • Soll ich mein Kind impfen lassen? Das kann doch gar nicht krank werden!
    Doch! Auch Kinder können seltener, aber doch schwer erkranken und auf der Intensivstation landen. Sie sind von Long Covid betroffen, können das PIMS-Syndrom (Multi-Entzündungserkrankung) entwickeln oder eine Herzmuskelentzündung. Letztere kann äußerst selten auch als Impfnebenwirkung auftreten, das Risiko dafür durch eine Corona-Erkrankung ist aber deutlich höher. Offiziell zugelassen ist die Impfung mit Biontech/Pfizer in der EU ab zwölf, für jene ab fünf wird sie demnächst erwartet. Ein Impfen der Jüngeren ist aber schon möglich: als „Off Label“-Gebrauch, also als Nutzung außerhalb der Zulassung des Vakzins - und wird auch in Österreich sowie weltweit längst durchgeführt.
Silvia Schober
Silvia Schober
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