19.11.2021 10:33 |

Vorreiter in Europa

Corona-Impfpflicht für alle ab Februar 2022

Als erstes Land der EU verhängt Österreich eine Pflicht zur Corona-Schutzimpfung. Wie Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) am Freitag erklärte, wird diese verpflichtende Vakzinierung ab Februar 2022 Gesetz sein. Zwar hätten die zuletzt verhängten Maßnahmen die Impfquote erhöht, diese sei aber noch immer nicht ausreichend, betonte Schallenberg nach Beratungen mit den Landeshauptleuten. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) betonte, dass die Impfpflicht langfristig helfen werde. „Doch jetzt brauchen wir die Booster-Impfung“, so Mückstein weiter.

Bei Verstößen gegen die Impfpflicht wird es Verwaltungsstrafen geben, Details werden noch ausgearbeitet, so Schallenberg. Es werde jedenfalls Ausnahmen für all jene geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Änderungen kommen bei der Gültigkeit des Grünen Passes: Der zweite Stich soll ab Februar 2022 nicht wie bisher neun, sondern nur noch sieben Monate für den Grünen Pass gelten, womit die Bevölkerung zur dritten Auffrischung motiviert werden soll. Die dritte Dosis wird bei Vektorimpfstoffen (AstraZeneca) schon ab dem vierten Monat nach der zweiten empfohlen, bei mRNA-Impfstoffen (Biontech/Pfizer, Moderna) ist das bereits jetzt möglich.

Für eine Impfpflicht hatten sich zuletzt immer mehr Spitzenpolitiker und die Ärztekammer ausgesprochen. So forderte die Ärztekammer eine Impfpflicht als „klares Zeichen der Republik, dass die Gemeinschaft die aktuelle Situation nicht mehr länger hinnehmen kann“. Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), der schon vergangenes Jahr mit einer entsprechenden Forderung vorgeprescht war, erneuerte diese am Donnerstag. Auch die ÖVP-Landeshauptleute von Tirol und Salzburg hatten sich für die Impfpflicht ausgesprochen - „wenn wir sehen, dass wir nicht ausreichend vorankommen“, so Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Impfpflicht, „damit der Spuk ein Ende hat“
In Niederösterreich war die Pflicht zum Stich nach „Krone“-Informationen Verhandlungsgrundlage: Die Landesregierung wollte einen bundesweiten Lockdown demnach nur mittragen, wenn eine bundesweite Impfpflicht kommt. „Damit der Spuk dann endlich eindeutig ein Ende hat“, so Niederösterreichs Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Die Bundesregierung hatte immer wieder beteuert, dass es keine Impfpflicht geben werde - zuletzt etwa der Gesundheitsminister im Juli. Nun führt offenbar kein Weg daran vorbei: Mit der verpflichtenden Immunisierung soll die Impfquote, die hierzulande nach wie vor noch viel zu niedrig ist, gesteigert werden. Dass Druck hilft, zeigte bereits die Einführung der 2G-Regel Anfang November - es gab einen großen Andrang auf Österreichs Impfzentren.

Auch in Frankreich führte die Ankündigung einer Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen nicht nur zu zahlreichen Protesten, sondern auch zu einer Steigerung der Impfquote um fast 20 Prozent. Eine generelle Pflicht gibt es weltweit aber bisher in nur wenigen Ländern. Indonesien, Turkmenistan, Tadschikistan sowie die kleinen Inselstaaten Mikronesien und Neukaledonien setzen auf eine Impfpflicht. In Europa gibt es eine solche bisher nur im Zwergstaat Vatikanstadt.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 30. November 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)