Lokalaugenschein

Letzter Einkaufstag in Wien durch Demo getrübt

Höchst unterschiedlich verlief in Wien der letzte Einkaufstag vor dem Lockdown. Recht viel los war am Nachmittag in der Kärntner Straße. In der Mariahilfer Straße trübten die Demozüge das Geschäft.

Ein „Krone“-Lokalaugenschein am Samstagvormittag zeigte zunächst weder am Naschmarkt noch in den Einkaufsstraßen in der City und auf der Mariahilfer Straße dichtes Gedränge. Lediglich vorm Corona-Test-Center und vor Apotheken standen die Menschen Schlange. „Ich habe schon einmal mehr verkauft, in den Einkaufsstraßen spielt es sich bestimmt mehr ab“, sagt eine Verkäuferin am Flohmarkt beim Naschmarkt.

In der Innenstadt kam das Geschäft dann aber ab Mittag auf Touren - sodass insgesamt mehr Menschen unterwegs waren als an anderen Samstagen. Graben, Stephansplatz und auch Rotenturmstraße waren am frühen Nachmittag doch ziemlich voll, die Straßencafés und Eissalons mit Gastgarten stark frequentiert. „Den letzten Tag noch ausnutzen“, herrschte der einhellige Tenor bei den Wienern, die vor dem Lockdown in der City unterwegs waren.

Demos schreckten wohl viele Menschen ab
Doch nicht überall lief es so gut: Die groß angekündigten Demos in vielen Teilen der Innenstadt dürften auch einige Menschen ferngehalten haben. „Ich will nur schnell einen Adventkranz besorgen, und dann bin ich schon wieder weg“, so eine Dame.

„Ich habe schon einmal mehr verkauft, in den Einkaufsstraßen spielt es sich bestimmt mehr ab“, sagt eine Verkäuferin am Flohmarkt beim Naschmarkt. Aber auch auf der Kärntner Straße war es verhältnismäßig ruhig. „In den Geschäften sind vereinzelt viele Leute, aber kein Vergleich zu gewöhnlichen Einkaufssamstagen“, berichtet ein Pärchen. 

Auf der Mariahilfer Straße zogen schon vormittags die Demonstranten los. Shopping-Freudige wurden an den Rand gedrängt. Viele Passanten konnten nur ungläubig den Kopf schütteln. Eine Dame meinte, sie wäre besser daheim geblieben.

Mehr Andrang beim Shoppen gab es in den Einkaufszentren. Nicht nur im Aufhofcenter stauten sich die Autos, auch beim Gewerbepark Stadlau und bei der Zufahrt zur zum größten Einkaufszentrum Österreich, der Shopping City Süd in Vösendorf, stockte zu Mittag der Verkehr.

Händler in Schockstarre wegen Lockdown
Auch Handelsobfrau Margarete Gumprecht resümiert: „Das Geschäft verlief am Samstag je nach Lage gut. In den Einkaufszentren war mehr los. Leider haben die Demos die Menschen verschreckt.“ Die Unternehmer seien in Schockstarre angesichts des Lockdowns. Damit fällt das Weihnachtsgeschäft zweite Jahr in Folge aus. Lediglich Click & Collect sei nun ein Lichtblick.

Auch die Wiener sind traurig, dass die Weihnachtsgeschenke nun wieder über das Internet bestellt werden müssen. „Wir hätten gerne kleine Händler unterstützt, aber jetzt bleibt uns wohl nichts anderes übrig“, sagt Vanessa Kredl. Die Hoffnung, dass die Geschäfte rechtzeitig vor Weihnachten aufmachen, sei gering.

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Leider haben die Demos den letzten Einkaufstag gestört. In den Einkaufszentren war teilweise viel los. Die Unternehmer sind in Schockstarre wegen des neuerlichen Lockdowns.

Handelsobfrau Margarete Gumprecht

Teilweise leere Regale in Supermärkten
Ganz so schlimm wie bei den ersten Lockdowns waren die Hamsterkäufe zwar nicht. In einigen Supermärkten fandem sich teils leere Regale. Beim Diskonter waren etwa die Gefriertruhen zum Teil ausgeräumt und vor allem Teigwaren vergriffen. Auch Klopapier sah man vermehrt in Einkaufswägen. So groß wie vor dem ersten Lockdown war der Nachfrage aber nicht.

„Wir kosten den letzten Shoppingtag noch voll aus“
Wie oben berichtet blieb der Mega-Ansturm auf die Geschäfte in der Innenstadt aus. Dennoch reizte einige Wiener der letzte Einkaufstag. „Wir hatten sowieso geplant, heute shoppen zu gehen, aber jetzt kosten wir es erst recht aus“, sagt Simone K. Auch Vanessa und Desiree Kredl stehen vor einem Schmuckgeschäft Schlange. „Meine Schwester ist zu Besuch in Wien, da wollten wir noch einmal unterwegs sein, später gehen wir noch auf den Christkindlmarkt“, sagt Vanessa.

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Am Flohmarkt ist sonst mehr los, die Leute werden stattdessen letzte Einkäufe erledigen.

Melissa Suppan

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Wir sind bis Montag auf Kurzurlaub in Wien und wir hatten Glück, dass heute noch alles offen hat.

Christian Kunkel und Lydia Dombuch

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Ich nutze den letzten Tag und flaniere durch den Naschmarkt. Im Freien ist es sicherer, die Kaffeehäusern sind zu voll.

Astrid Stähl

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Wir nutzen den letzten Shoppingtag noch aus. In den Geschäften ist vereinzelt schon viel los.

Nico K. und Simone G.

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Wir gehen noch ein wenig einkaufen und abends auf einen letzten Punsch am Christkindlmarkt.

Vanessa und Desiree Kredl

Auch Christian und Lydia genießen den letzten Einkaufsbummel. „Wir kommen aus Deutschland und sind bis Montag auf Kurzurlaub in Wien. Wir haben Glück gehabt!“, sagt Lydia. Generell herrscht Verständnis für einen Lockdown. „Wenn es dazu beiträgt, dass die Infektionszahlen hinuntergehen, dann ist es richtig so“, sagt Melissa Suppan.

Katharina Mötzl
Katharina Mötzl
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