18.11.2021 12:17 |

Offizielle Emulatoren

Xbox-Boss will Retro-Games für Nachwelt erhalten

Phil Spencer, Chef der Xbox-Gaming-Sparte beim US-Softwareriesen Microsoft, macht sich für den Erhalt von Videospieleklassikern durch Emulatoren stark. Er verweist auf klassische Filme oder Musikstücke, die auch nach Jahrzehnten noch Fans haben und folglich weiter angeboten werden. „Es gibt gute Gründe, diesem Weg auch bei Spielen zu folgen.“

Das berichtet das US-Magazin „Axios“. Das große Problem, das Videospiele im Vergleich zu Filmen oder Musik haben, ist die Tatsache, dass sie oft nur auf bestimmter Hardware laufen. Werden alte Spielkonsolen eingestellt, geht die Hardware - bis auf Sammler- und Museumsstücke - mit der Zeit verloren und die klassischen Spiele können nicht mehr gestartet werden.

Emulatoren bisher meist aus inoffizieller Quelle
Spiele-Enthusiasten gehen dieses Problem seit Jahrzehnten mit sogenannten Emulatoren an, mit denen die Originalplattform auf einem modernen PC oder einer aktuellen Konsole simuliert und das Spiel so zum Laufen gebracht wird. Die sind allerdings meist Projekte engagierter Tüftler und werden nicht von den Herstellern der Originalhardware bereitgestellt. Sammler und Retro-Fans werden dadurch in eine rechtliche Grauzone gedrängt, manche Gaming-Konzerne gehen aktiv gegen Emulatoren vor.

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Meine Hoffnung ist, dass wir als Industrie an legalen Emulatoren arbeiten, die es mit moderner Hardware ermöglichen, jede ältere ausführbare Datei nutzbar zu machen, sodass man jedes Game spielen kann.

Xbox-Chef Phil Spencer

Spencer ruft die Branche auf, das zu überdenken. „Meine Hoffnung ist, dass wir als Industrie an legalen Emulatoren arbeiten, die es mit moderner Hardware ermöglichen, jede ältere ausführbare Datei nutzbar zu machen, sodass man jedes Game spielen kann“, sagt Spencer. Bei Microsofts Xbox-Sparte gibt es das in Ansätzen schon: Viele Xbox- oder Xbox-360-Klassiker laufen auch auf der aktuellen Xbox Series X und der Xbox One.

Spencer sieht im Retro-Gaming lukrativen Markt
Für Spencer ist die Retro-Szene ein lukrativer Markt, den man nicht der Piraterie überlassen sollte. Emulatoren und der Zugriff auf klassische Videospiele könnten mit einem Bezahlmodell verknüpft werden und wären einigen Spielern sicherlich etwas wert, glaubt der Xbox-Chef.

Damit ist er nicht allein: Die Rivalen Sony und Nintendo bieten Retro-Gamern ebenfalls bereits Lösungen an, um auf beliebte Klassiker zuzugreifen. Bei Nintendo gibt es den Switch-Online-Abodienst, der Multiplayer-Features und den Zugriff auf NES-, SNES-, N64 und Mega-Drive-Klassiker beinhaltet. Sony lässt Besitzer aktueller PlayStation-Konsolen über seinen Spiele-Streamingdienst PlayStation Now auf Klassiker zugreifen.

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