12.11.2021 10:45 |

Schönste Wanderrouten

Winterlicher Ausflug über die Landesgrenze

Der November hat bereits einen ersten Vorgeschmack auf den bevorstehenden Winter serviert - mit Temperaturen unter Null und Schneefall in den Bergen. Für die heutige Tour geht es über die Landesgrenze hinaus nach Tirol. Im Gebiet von St. Anton am Arlberg bietet sich die Möglichkeit für eine einfache und schöne Tour durch die winterliche Hochgebirgslandschaft im Schönverwall.

Die Strecke kann während der Saison auch mit Langlaufskiern zurückgelegt werden - die Loipe verläuft meist parallel zum Wanderweg. Derzeit ist die Piste jedoch noch nicht präpariert und auch die Wagner Hütte - ein beliebtes Ziel entlang des Weges - hat noch bis einschließlich zweiten Dezember geschlossen. Für Outdoorfans ist es dennoch ein lohnenswerter Wochenendausflug.

Ausgangspunkt
Gestartet wird gegenüber des Hotels Mooserkreuz, dort gibt es einen Wanderparkplatz (Parkdauer max. drei Stunden). Im Winter fährt zudem regelmäßig der Skibus von St. Anton kommend diese Haltestelle an. Der Wanderweg startet direkt von dort und ist gut ausgeschildert.

Blick auf das „schöne Tal“
Gemütlich geht es dahin, die Gehzeit bis zur Wagnerhütte ist mit knapp einer Stunde angegeben. Die Landschaft besticht durch einen wildromantischen Charakter. Zwischen den großen, dunklen Tannen stechen die Lärchen mit ihrem derzeit golden gefärbten Nadelkleid hervor. Die Baumreihen geben immer wieder Ausblicke auf verschneite Gipfel und hohe, breite Bergkämme frei. Das Verwall ist eine Gebirgsgruppe, die sich zwischen Vorarlberg und Tirol erstreckt. Die Bezeichnung stammt aus dem Romanischen und leitet sich von „Val bel“ ab, was „schönes Tal“ bedeutet. Durch eine lautliche Umwandlung dürfte der heute gebräuchliche Name entstanden sein.

Naturschutz
Der in Vorarlberg gelegene Teil dieser Bergkette mit dem dazugehörenden Naturschutzgebiet zeichnet sich durch seine Ursprünglichkeit aus. Auf Tiroler Seite ist diese durch diverse Erschließungsprojekte bedroht, da das Gebiet im angrenzenden Bundesland bislang keinen Schutzstatus erhalten hat. Der geplante Bau einer Sesselliftanlage zwischen den Skigebieten St. Anton am Arlberg und Kappl ist 2018 nach langen juristischen Auseinandersetzungen vom Bundesverwaltungsgericht untersagt worden. Die Justiz bewertete in diesem Fall den Schutz der Natur in dem teilweise noch unerschlossenen Gelände höher als touristische Interessen.

Geografische Lage
Das Verwall grenzt im Nordwesten an das Lechquellgebirge, im Nordosten an die Lechtaler Alpen, im Süden an die Silvretta und im Westen an das Rätikongebirge. Geologisch gehört die Gebirgsgruppe größtenteils zur ostalpinen Kristallinzone. In dem Gebiet befinden sich insgesamt zehn Hütten des Alpenvereins, welche hauptsächlich in den Sommermonaten genutzt werden.

Zahlreiche Möglichkeiten
Für Wanderer und Bergsteiger bietet die Verwallgruppe viele Möglichkeiten. Die Tour vom Mooserkreuz zur Wagner Hütte eignet sich gut als Sonntagsausflug, auch jetzt in der Zwischensaison. Auf derselben Strecke liegt auch ein Abschnitt des Jakobweges, und so passiert man einige holzgeschnitzte Kreuzstationen. Auf einer kleinen Anhöhe im Wald steht zudem eine schöne Kapelle aus dem Jahr 1898. Weiter entlang des Weges kommt man auch an einem interessanten Aufforstungsprojekt vorbei. Um den Wald „klimafit“ zu machen, werden hier sogenannte Mutterbauminseln angelegt. Dabei handelt es sich um kleine eingezäunte Waldflächen, auf denen verschiedene Tannen und Laubbäume gepflanzt sind, etwa Weißtanne, Bergahorn, Vogelbeere oder Lärche. Durch diese Bauminseln soll in einigen Jahrzehnten eine natürliche Mischwaldverjüngung stattfinden.

Wald für’s Klima
Mischwälder sind besser für den Klimawandel gewappnet als Monokulturen, auf die in der Forstwirtschaft lange gesetzt wurde. Der Fichte, eine der häufigsten Baumarten in den heimischen Wäldern, macht vor allem die zunehmende Trockenheit zu schaffen. Das macht sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten. Wälder, in denen viele verschiedene und dem Standort angepasste Baumarten gedeihen, verkraften den Klimawandel besser, weshalb mittlerweile vermehrt entsprechende Pilotprojekte umgesetzt werden. Der Weg führt den Wanderer schließlich zur Wagnerhütte, wo man eine Pause einlegen kann, bevor es wieder retour zum Ausgangspunkt geht.

Tipps & Infos

  • Typ: Gemütliche Winterwanderung (während der Hauptsaison auch mit Langlaufskiern möglich)
  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Mooserkreuz, St. Anton am Arlberg
  • Dauer: Circa zwei Stunden (hin und retour)
  • Ausrüstung: Gefütterte Schuhe mit guter Profilsohle, warme Kleidung (Schichtenlook), Sonnenschutz, Thermoflasche mit heißem Getränk
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Während der Wintersaison fährt der Skibus von St. Anton kommend die Haltestation Mooserkreuz an.
  • Hinweis: Die Wagner Hütte hat erst wieder ab 3. Dezember geöffnet
Rubina Bergauer
Rubina Bergauer
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