10.11.2021 15:13 |

90% Impfquote als Ziel

Vorbild Österreich: Italien diskutiert nun über 2G

Die seit Montag in Österreich geltende 2G-Regelung in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens weckt in Italien viel Interesse. Italienische Politiker und Virologen diskutieren über die Möglichkeit, auch in ihrem Land die Corona-Regeln nach österreichischem Vorbild zu verschärfen.

„Die 2G-Regel ist ein Instrument, das auf politischer Basis beschlossen werden muss. Als Arzt sage ich, dass wir 90 Prozent der Geimpften erreichen müssen. Wenn wir es nicht schaffen, könnte die 2G-Regel in Frage kommen. Wir Ärzte sagen, wir müssen so viele Menschen wie möglich impfen. Es ist Aufgabe der Politik, den Weg dorthin zu finden“, sagte der bekannte Virologe Matteo Bassetti, Direktor der Klinik für Infektionskrankheiten an der Poliklinik von Genua.

Laut Bassetti soll in Restaurants, Bars, Kinos, Theater, Stadien oder Nachtlokalen die 2G-Pflicht gelten. „Anders ist die Lage am Arbeitsplatz, wo die geltende 3G-Regel in Ordnung ist“, so der Virologe.

Zitat Icon

Die 2G-Pflicht soll in Restaurants, Bars, Kinos, Theater, Stadien oder Nachtlokalen die 2G-Pflicht. Anders ist die Lage am Arbeitsplatz, wo die geltende 3G-Regel in Ordnung ist.

Virologe Matteo Bassetti

Der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia, hält die 2G-Regel in Italien für nicht umsetzbar. „Es gibt eine Diskussion über die österreichischen Einschränkungen für nicht geimpfte Personen. Aufgrund unserer Verfassung scheint mir diese Maßnahme in Italien jedoch nicht umsetzbar zu sein“, sagte der Politiker der rechten Lega.

Zitat Icon

Es gibt eine Diskussion über die österreichischen Einschränkungen für nicht geimpfte Personen. Aufgrund unserer Verfassung scheint mir diese Maßnahme in Italien jedoch nicht umsetzbar zu sein.

Luca Zaia, Präsident der Region Venetien

Südtirol will in der Corona-Pandemie eigenmächtiger Regeln bestimmen können. Man habe die Regierung ersucht zu prüfen, inwieweit es 2G-Regelungen so wie in anderen europäischen Staaten geben solle, sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bozen. Südtirol habe Rom außerdem gebeten, die Regionen in die Lage zu versetzen, für bestimmte Situationen strengere Regeln erlassen zu können.

„Die Zuständigkeit dafür liegt beim Staat. Es braucht hier eindeutig ein Gesetz, um solche Regeln zu erlassen“, erklärte der 50-jährige Politiker der Südtiroler Volkspartei weiter. Kompatscher beklagte, dass die Pandemie-Lage nicht zufriedenstellend sei. Im Vergleich zu den anderen italienischen Regionen sei die Rate der Durchgeimpften gegen Covid-19 geringer. Oft hielten sich die Menschen außerdem nicht an die Corona-Regeln.

Zitat Icon

Die Pandemie-Lage ist nicht zufriedenstellend.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher

3G-Pflicht am Arbeitsplatz - hohe Strafen bei Missachtung
In Italien darf seit dem 15. Oktober nur zur Arbeit erscheinen, wer eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann. Wer ohne den sogenannten Grünen Pass zur Arbeit kommt, riskiert bis zu 1500 Euro Bußgeld. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorzeigen kann, muss mit unbezahlter Freistellung rechnen. Italien ist das erste europäische Land, das die 3G-Regel für Arbeitnehmer eingeführt hat. Wer sich nicht impfen lassen will, muss auf eigene Kosten einen Corona-Test machen und diesen je nach Testart alle 48 bis 72 Stunden wiederholen. Die Tests kosten in Italien 15 Euro.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).