Stau war die Folge

Demo an Grenze gegen die Lkw-Lawine im Waldviertel

Es waren nur knapp 25 Minuten. Doch selbst diese kurze Sperre des Grenzübergangs Neu-Nagelberg im Bezirk Gmünd durch Demonstranten reichte aus, um einen Lkw-Stau zu verursachen. Das war Wasser auf den Mühlen der Aktivisten. Denn sie protestierten gegen den ausufernden Schwerverkehr im Waldviertel.

Vor allem die tonnenschweren Holzlieferungen, die aus Tschechien mit Lkw oft quer durchs Waldviertel gekarrt werden, sind den Demonstranten, die sich am Grenzübergang in Neu-Nagelberg versammelt hatten, ein Dorn im Auge. Doch auch zu viel anderer Warenverkehr wird im hohen Norden des Landes offenbar auf der Straße abgewickelt, sind die betroffenen Anrainer überzeugt. „Kein Wunder, dass Fahrbahnen, die saniert wurden, oft binnen kurzer Zeit durch die Last der Sattelschlepper wieder beschädigt sind“, erklärten Aktivisten.

Für Verbot durch Ortschaften
Sie traten daher in erster Linie für ein Verbot des Lkw-Transitverkehrs durch die Ortschaften ein. Was allerdings in der Praxis insofern schwierig sei, als es kein höherrangiges Straßennetz in der Region gebe, wie kritisch angemerkt wurde. Daher die logische Forderung: „Besonders die schweren Holztransporte müssen auf die Schiene verlegt werden.“

Der Grundtenor des Protests war also auch in diesem Fall nahezu derselbe, wie bei der erst kürzlich abgehaltenen Klima-Demo auf dem Stadtplatz in Gmünd (die „Krone“ berichtete), den Josef Baum vom Verkehrs- und Regionalforum Waldviertel aufgriff: Die Bahn sei umweltfreundlicher, effizienter und würde die Bevölkerung weitaus weniger belasten als der Lkw-Verkehr.

„Kostenwahrheit bei Transporten“
In dieselbe Kerbe schlug Gerald Hohenbichler von der Initiative Pro Franz-Josefs-Bahn. Eines der Hauptprobleme seien die seiner Meinung nach zu niedrigen Kosten beim Transport per Lkw: „Es gibt also keine Kostenwahrheit bei der Straßennutzung.“ Ein erster Schritt, um diese wenigstens ansatzweise zu gewährleisten, wäre die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Chauffeure, erklärte der Bahnaktivist.

Christoph Weisgram
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René Denk
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