10.11.2021 06:02 |

56-Jährige begeistert

Unfassbar! 5000 Kilometer in 51 Tagen in Wien-Park

Der Joseph-Kainz-Park im 18. Wiener Gemeindebezirk war Schauplatz eines unglaublichen Laufs. Shamita Achenbach-König lief dort in 51 Tagen, 6 Stunden und 6 Minuten 5000 Kilometer. Die 56-Jährige schaffte diese Strecke erst als neunte Frau weltweit. Seit dem 17. September war sie immer von 4.40 Uhr in der Früh bis 21 Uhr auf der 990 Meter langen Schleife unterwegs. Meistens kam sie täglich auf 98 Kilometer, ehe Badewanne, Massage von ihrem Ehemann Stephan (1. Geiger bei den Wiener Symphonikern) und eine warme Mahlzeit folgten. Während des Laufs gab es Rohkost, Brezeln und Getränke von ihrem 15-köpfigen Team, das in Schichten arbeitete.

Bis zum Rennende am Sonntag verschliss die Extremsportlerin, die sich das Sri Chinmoy Self-Transcendence 3100-Meilen-Rennen für ihr selbst organisiertes Projekt zum Vorbild genommen hatte,14 Paar Laufschuhe. Von der Außenwelt war sie während ihres Sololaufs ziemlich abgeschottet: „Dass Sebastian Kurz zurückgetreten ist, habe ich aber mitbekommen.“ Der Kontakt mit den am Park wohnenden Familien war für sie ungeheuer inspirierend: „Wir sind zu einer großen Familie zusammengewachsen. Viele haben aus den Gärten gewunken, haben gelacht. Unser Verhältnis wurde immer herzlicher, auch wenn wir uns davor überhaupt nicht gekannt haben. Und die Kinder haben mich Tänzerin genannt.“ Mit Beethovens Eroica im Ohr lief die Cellistin besonders beschwingt.

Zu ihrer Motivation für das ungewöhnliche Rennen sagte sie: „Es war das Bestreben, über meine Grenzen hinauszukommen und einen meditativen Bewusstseinszustand, den man im Alltag nie erreichen kann, zu erlangen. Diese Meditation ist die wahre Kraftquelle, die es überhaupt ermöglicht, über einen so langen Zeitraum eine mental unvorstellbare Distanz zu bewältigen.“

Nach dem Ende ihres Laufabenteuers und einer ersten Feier, bei der auch regelmäßig am Park vorbeikommende Streifenpolizisten („Unsere Heldin“) gratulierten, folgte daheim eine große Pasta-Party mit Freunden, ehe es sich Shamita auf der Couch gemütlich machte. Aber schon am nächsten Tag war sie wieder leicht laufen: „Ich muss jetzt meinen Körper langsam abtrainieren.“ Ihr Fazit: „Eine solche Strecke zu laufen, ist nur mit der Kraft des Herzens möglich, mit einer Verbindung zu unserer Quelle, die in jedem von uns verborgen liegt. Kein Muskel kann das schaffen.“

Matthias Mödl
Matthias Mödl
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