03.11.2021 13:54 |

Beauty-Programm folgt

Die Glatzen-Fichte vor dem Wiener Rathaus

Nicht schon wieder! Auch heuer ist der Christbaum vor dem Wiener Rathaus eine Trauerweide - und das als Fichte. Kahle Stellen, dürre Ästchen: Jetzt müssen die Beauty Docs ran.

Alle Jahre wieder gibt es das Geschimpfe über den Christbaum vor dem Wiener Rathaus, und auch heuer bleibt die Tradition ungebrochen. Abgemagert und von der Fahrt auf dem Sattelschlepper aus dem Burgenland wund gelegen, leidet die Glatzen-Fichte unter massivem Nadelausfall. Dieser Baum grünt weder zur Sommerszeit noch im Winter, wenn es schneit. 

Nach 130 Jahren im Wald stirbt die 30 Meter hohe Fichte in der City jetzt den Zeitraffertod. Was aussieht wie für die Christbaumsammelstelle ist am Mittwoch aber erst frisch angekommen. Ein Baum, der nur die Pinzgauer Bergziegen auf der Deponie Rautenweg begeistern würde, an die tote Christbäume sonst verfüttert werden.

Ein Symbol dafür, wie es um das Verhältnis tatsächlich bestellt ist
Dieses Jahr stammt die Fichte aus dem Burgenland – ein Symbol dafür, wie schlecht es um das Verhältnis zwischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (beide SPÖ) tatsächlich bestellt ist.

„Der Wiener Weihnachtsbaum ist seit jeher ein Zeichen des Miteinanders und des Zusammenhalts. Dieses Jahr symbolisiert er auch anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Burgenland die Zugehörigkeit des jüngsten Bundeslandes zu Österreich“, so Ludwig bei der Ankunft des Baumes auf dem Rathausplatz.

1000 LED-Lichter sollen den Baum verschönern
Zwei Kräne hoben die Glatzen-Fichte hoch, ein bisschen Wind machte sie dabei noch kahler. Von der Stadt heißt es: „In den kommenden Tagen bekommt der Burgenländer auf dem Rathausplatz, wie jeder Baum vor ihm, eine Beauty-Behandlung durch die Stadtgärtner der MA 42, die auch 1000 LED-Lichter am Baum installieren.“ Eine Perücke und ein Glitzerkleid – fertig ist der Rathaus-Baum.

Ganz ohne Schönheitsbehandlung kommt dafür der Christbaum in Schönbrunn aus - und das Jahr für Jahr. Auch der wurde am Mittwoch aufgestellt, und siehe da: Die 100 Jahre alte Tanne steht in seiner vollen Pracht vor dem Schloss. Insgesamt 18 Meter hoch, zur Verfügung gestellt von den Österreichischen Bundesforsten. Ende September fiel bei einer „Spezial-Expedition“ bereits die finale Entscheidung auf die Tanne aus dem Forstbetrieb Steyrtal.

Per Kran wurde der tonnenschwere Baum in ein 1,5 Meter tiefes Bodenloch am Ehrenhof gehoben. Nicht umsonst wird die Herkunft der Tanne so beschrieben: Sie stammt aus dem Revierteil Paradies. So geht Christbaum.

Michael Pommer
Michael Pommer
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 05. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)