03.11.2021 07:00 |

Kuratorium entscheidet

Politische Anwärterin auf den Festspiel-Thron

32 Bewerbungen für die Nachfolge von Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler gibt es. Nun beginnt das zähe Ringen um die kommende Festspiel-Führung. Lokalkolorit trifft auf internationale Strahlkraft.

Nur mehr acht Wochen amtiert Helga Rabl-Stadler als Salzburger Festspielpräsidentin. Der kommende Festspielsommer ist weitgehend vorbereitet. Für die Amtsübergabe fehlt eigentlich nur mehr eines: die Nachfolgerin oder der Nachfolger. Am Montag endete dafür die Bewerbungsfrist. Amtsantritt soll am 2. Jänner 2022 sein. Ob sich das ausgeht, ist aber bei der Fülle an Interessenten schon fraglich.

32 Bewerbungen sind beim Personalberater des Festspielkuratoriums eingegangen. 19 von Frauen, 13 von Männern. 22 aus Österreich, 10 aus dem Ausland. In der Ausschreibung zur Bewerbung wurde sowohl auf das „internationale Parkett“ als auch die „regionale Verwurzelung der Festspiele“ verwiesen. Entscheidend wird sein, ob jemand – wie gefordert – beide Fähigkeiten mitbringt.

Einzelne Namen werden von den Kuratoriumsmitgliedern nicht kommentiert. Klar ist bereits, dass sich aus dem kulturellen Bereich auch interessante Persönlichkeiten mit hohem internationalen Niveau beworben haben.

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Es sind sehr interessante Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft dabei, die auch international auf hohem Niveau Erfahrung gesammelt haben.

Jürgen Meindl, Vorsitzender Festspiel-Kuratorium

Aus Salzburg wurde ÖVP-Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf immer wieder als aussichtsreiche Kandidatin genannt. Persönlich wollte sie sich auch am Tag nach Ende der Bewerbungsfrist nicht dazu äußern, ob sie sich beworben hat oder nicht. Sie soll aber das Okay von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) haben.

Die Bewerberliste wird nun deutlich verkleinert
Sollte sie sich beworben haben, ist ihr die Unterstützung der Salzburger ÖVP sicher. Die Partei vereint drei der fünf stimmberechtigten Sitze im Kuratorium auf sich. Maßgebliche Stimmen rund um die Festspiele würden sich aber eine Wahl mit deutlich mehr Kulturbeflissenheit und internationaler Strahlkraft wünschen.

Zunächst wird das siebenköpfige Kuratorium eine Short List der aussichtsreichsten Kandidaten erstellen, die sich für das ausführliche Bewerbungsgespräch vor dem Gremium qualifizieren. Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest. Kuratoriums-Vorsitzender Jürgen Meindl, Sektionschef im Kulturministerium, möchte die Gespräche noch im November über die Bühne bringen. Die nächste Sitzung des Gremiums findet jedenfalls am 23. November statt.

Wann der neue Festspielpräsident dann feststeht, ist noch offen. Theoretisch ist auch eine zweite Gesprächsrunde mit ausgewählten Kandidaten vorstellbar. Im Dezember wollen die Verantwortlichen aber die Entscheidung gefällt haben. Denn offen ist auch, ob der erfolgreiche Kandidat sofort im Jänner verfügbar ist. Eine kurze Zeitspanne ohne formalen Festspiel-Chef sei aber kein Problem, heißt es aus dem Kuratorium.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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