01.11.2021 11:56 |

Tumulte bei G20-Gipfel

Medien: Bolsonaro-Bodyguards attackierten Reporter

Der umstrittene brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist am Rande des G20-Gipfels in Rom auf Schritt und Tritt von Demonstranten und Journalisten mit kritischen Fragen verfolgt worden. In den Straßen Roms wurde er lautstark für seinen Umgang mit der Pandemie in seinem Land kritisiert und von Kritikern als „Völkermörder“ bezeichnet. Bolsonaros Sicherheitsleuten dürften im Zuge der Tumulte die Nerven durchgegangen sein. Sie sollen gewalttätig geworden sein.

Laut einem Zeitungsartikel wurde einem brasilianischen TV-Journalisten in den Magen geschlagen. Ein Video in den sozialen Medien zeigt chaotische Szenen mit Sicherheitskräften, die die Presse bedrängen und Bolsonaro-Anhänger, die Journalisten beschimpfen (siehe Tweet unten).

Brasilianischer Reporter nach Frage attackiert
Laut der brasilianischen Zeitung „O Globo“ wurde Leonardo Monteiro vom Fernsehsender TV Globo von Bolsonaros Sicherheitsleuten angegriffen. Er habe gefragt, warum der Präsident am Sonntag nicht an den G20-Veranstaltungen teilgenommen habe. Auch mit Journalisten anderer Medien gab es brasilianischen Berichten zufolge Zwischenfälle. „O Globo“ forderte vom Präsidenten eine „vollständige Aufklärung“. Das Büro Bolsonaros und das Presseteam des G20-Gipfels haben laut Reuters bisher noch nicht auf Anfragen reagiert.

Proteste gegen Ehrenbürgerschaft für Bolsonaro
Das Wochenende in Rom war für Bolsonaro schlecht verlaufen. Videos von G20-Veranstaltungen zeigten ihn als isolierte Figur. Auf dem Foto, das am Trevi-Brunnen mit den Staats- und Regierungschefs aufgenommen wurde, fehlte er. Auch ein Besuch Bolsonaros in der norditalienischen Kleinstadt Anguillara Veneta wurde von Protesten begleitet. Anlass der Visite war die Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Aus der Kleinstadt waren Bolsonaros Urgroßeltern nach Brasilien emigriert.

Mehr als 600.000 Menschen sind in Brasilien an Covid-19 gestorben, die zweithöchste Zahl weltweit nach den Vereinigten Staaten. Unter anderem wegen seines Umgangs mit der Pandemie wollen mehrere Gewerkschaften Bolsonaro vor Gericht bringen. Eine österreichische Initiative wiederum möchte erreichen, dass der rechtspopulistische Politiker wegen seiner Regenwald-Politik, auf die auch die verheerenden Waldbrände zurückgeführt werden, am Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wird.

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