25.10.2021 08:17 |

Aus assyrischer Zeit

2700 Jahre alte „Weinfabrik“ im Irak freigelegt

Im Norden des Irak haben Archäologen die Überreste einer rund 2700 Jahre alten „Weinfabrik von industriellem Ausmaß“ freigelegt. „Wir haben vierzehn Anlagen gefunden, in denen die Trauben gepresst und der Saft gewonnen wurde, der dann zu Wein verarbeitet wurde“, berichtete Ausgrabungsleiter Daniele Morandi Bonacossi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Außerdem entdeckten die Forscher an Wänden eines Bewässerungskanals Flachreliefs.

Die Ausgrabungsstätte liegt laut Angaben von Bonacossi nahe der altertümlichen Hauptstadt des assyrischen Königs Sargon II. (721 bis 705 vor Christus) in der Nähe der heutigen irakischen Großstadt Mossul im Norden des Landes. Ihm zufolge handelte es sich um die erste Entdeckung dieser Art im Irak.

Zwölf altertümliche Reliefs entdeckt
Das Team aus italienischen Archäologen und Kollegen der Altertumsbehörde in Dohuk in den autonomen Kurdengebieten im Norden des Irak fand zudem in einem früheren Bewässerungsgraben zwölf altertümliche Reliefs. Diese sind rund fünf Meter lang und zwei Meter hoch und entstanden im späten 8. oder frühen 7. Jahrhundert vor Christus. Bonacossi zufolge zeigen sie einen assyrischen König, der zu verschiedenen Göttern betet.

Auf dem Gebiet des heutigen Iraks entstanden während des Altertums zahlreiche Hochkulturen wie Sumer, Akkad, Babylon und Assyrien. Sie hinterließen unter anderem ihre Schrift sowie die ersten großen Städte. Allerdings werden die archäologischen Stätten wegen des seit Jahrzehnten andauernden politischen Chaos häufig geplündert und die Beute an internationale Sammler verkauft.

Erst kürzlich haben Forscher südlich von Tel Aviv die Überreste einer riesigen, rund 1500 Jahre alte riesige Weinkellerei freigelegt, in der, laut Angaben der israelischen Altertumsbehörde IAA, rund zwei Millionen Liter Wein pro Jahr hergestellt wurden.

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