21.10.2021 16:00 |

Vor Wintersaison

Tourismus-Betrieben fehlen 55.000 Fachkräfte

Nachdem der vergangene Winter im heimischen Tourismus wegen der Corona-Pandemie ein Totalausfall gewesen ist, herrscht vor der kommenden Saison erneut Alarmstimmung bei den Betrieben. Der Grund laut einer Berechnung der Unternehmensberatung mrp Hotels: Es fehlen bis zu 55.000 Fachkräfte, weil wegen der Coronakrise eine regelrechte Branchenflucht der Mitarbeiter stattfand.

Bis Dezember müsse die Beherbergungsbranche noch bis zu 20.000 Stellen für die neue Saison besetzen, sagte die Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, Susanne Kraus-Winkler. In manchen Tiroler Tälern würden noch Tausende Mitarbeiter fehlen. Die ersten Hoteliers erwägen mangels Personal, ihre Angebote zurückzuschrauben. Das könnte etwa den „A la carte“-Betrieb in den Häusern betreffen.

Ruf nach Erhöhung des Saisonnierkontingents
Kraus-Winkler bekräftigte nunmehr die Forderung nach einer Öffnung des Saisonnierkontingents, um mehr Nicht-EU-Ausländer beschäftigen zu können. Aktuell gilt ein Saisonnierkontingent von 1263 Beschäftigten, das um maximal 20 Prozent überschritten werden darf. Die Aussetzung dieser Regel könnte unter anderem im Reinigungsbereich und in der Küche Entspannung bringen.

Fülle von Stellenangeboten mit attraktiven Anreizen
Laut mrp gibt es eine Fülle an Stellenangeboten, die neben finanziellen Anreizen, die deutlich über den Kollektivverträgen liegen, auch mit zusätzlichen „Benefits“ locken, um einheimische Mitarbeiter zu lukrieren. Die Anreize lägen beispielsweise in einer Reduktion der Wochenarbeitszeit, Freizeitangeboten und Ähnlichem.

Lockdowns verschärften Lehrlingsproblematik
Schon lange vor der Corona-Pandemie habe die Hotel- und Tourismusindustrie, hervorgerufen durch beständiges Wachstum, mit dem die Ausbildungskapazitäten auf allen Ebenen nicht mithalten konnten, unter fehlenden Fachkräften und jungen Nachwuchstalenten gelitten. Dieses Phänomen werde nun durch Unsicherheiten in Bezug auf die Rückkehr des Tourismus im Allgemeinen und den Wegfall des Vertrauens auf einen sicheren Arbeitsplatz verstärkt. Auch Aushilfskräfte, die traditionell einen großen Anteil der Arbeitskräfte in der Hotellerie und Gastronomie ausmachen, hätten sich in der Pandemie oft umorientiert. Die Lockdowns hätten die Lehrlingsproblematik verstärkt: „Der Branche fehlen fast zwei vollständige Ausbildungsjahre.“

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