13.10.2021 07:10 |

45 Stunden in Kälte

Mädchen (8) im Wald gefunden: „Es ist ein Wunder“

45 bange Stunden lang fehlte von der achtjährigen Julia aus Berlin jede Spur. Das Kind war bei einer Wanderung mit seiner Familie im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien vor zwei Tagen plötzlich verschwunden. Ein tschechischer Förster fand das unterkühlte, aber sonst körperlich unversehrte Mädchen am Dienstag in einem Gestrüpp: „Es ist ein Wunder, dass sie überlebt hat.“

Julia sei ansprechbar gewesen, als Förster Martin Semecky das Mädchen am Nachmittag entdeckte: „Sie saß im hohen Gras und als wir angekommen sind, ist sie aufgestanden. Sie hatte natürlich Angst, sie war ja zwei Tage dort“, berichtet der Tscheche gegenüber dem deutschen Sender BR24.

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Als wir sie gesehen haben, haben wir unseren eigenen Augen nicht getraut.

Förster Martin Semecky

Die örtlichen Förster waren dazu aufgerufen worden, sich an der Suchaktion zu beteiligen. Semecky hatte deshalb einen Teil des Waldgebiets, das noch nicht durchsucht worden war, zusammen mit vier Kollegen durchkämmt. „Als wir sie gesehen haben, haben wir unseren eigenen Augen nicht getraut“, so der Förster in einem Interview.

Mädchen legte mehrere Kilometer zurück
Das Mädchen sei völlig erschöpft gewesen und wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. „Nach ersten Vermutungen wird davon ausgegangen, dass die Achtjährige immer wieder in Bewegung war und dabei mehrere Kilometer zu Fuß im Wald zurücklegte“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Beim Spielen verschwunden
Das Mädchen war am späten Sonntagnachmittag beim Wandern mit ihrer Familie im bayrisch-tschechischen Grenzgebiet verschwunden. Die Eltern hatten Julia, ihren sechsjährigen Bruder und einen neunjährigen Cousin unterhalb des Berges Cerchov (Schwarzkopf) aus den Augen verloren, als diese im weitläufigen Gebiet gespielt hatten. Die alarmierten Rettungskräfte fanden zunächst nur den Bruder und den Cousin des Mädchens.

An der knapp zweitägigen Suche nach Julia im Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice (Taus) beteiligten sich rund 1400 Rettungskräfte aus Bayern und Tschechien. Das Bayerische Rote Kreuz in der Stadt Cham sprach gar von der größten grenzüberschreitenden Suchaktion, die in der Region je stattgefunden habe.

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