12.10.2021 09:27 |

Politik & Bürger

Einigkeit im Kampf gegen den Bahnlärm in Kärnten

Einen Schulterschluss im Kampf gegen den Bahnlärm brachte eine Konferenz am Montag in Klagenfurt. Bürgerinitiativen, Parteien und Tourismusvertreter fordern gemeinsam, auf der Wörtherseestrecke die WHO-Grenzwerte von 44 Dezibel in der Nacht und 54 am Tag einzuhalten. Die aktuelle Belastung sei doppelt so hoch.

Seit Jahren kämpfen Bürgerinitiativen gegen den Bahnlärm im Kärntner Zentralraum. Jetzt will man erstmals mit einer Stimme auftreten. Nach einer Konferenz in Klagenfurt fordern die Bürgerinitiativen, Gemeinden und politischen Parteien von den ÖBB gemeinsam eine europäische Bahn-Lärmschutzzone an der Wörtherseestrecke und eine eigene Güterbahnstrecke für den Kärntner Zentralraum zu errichten. FP-Chef Erwin Angerer will parteiübergreifend einen Antrag vorbereiten und diesen dann im Nationalrat einbringen.

Zitat Icon

Wir fordern seit Jahren Maßnahmen gegen den Bahnlärm. Ich werde nach der Einigung bei der Konferenz am Montag parteiübergreifend einen Antrag für den Nationalrat vorbereiten. Alle Teilnehmer haben ihn unterschrieben.

Erwin Angerer, Landesparteichef, FPÖ

Im Wesentlichen beinhaltet das Papier die Einhaltung der WHO-Grenzwerte von 44 Dezibel in der Nacht und 54 Dezibel am Tag, Tempo 50 als Sofortmaßnahme, echte Hochleistungs-Lärmschutzwände sowie ein Fahrverbot für laute Güterzüge in der Nacht.

Belastung doppelt so hoch wie vorgeschrieben
Christoph Neuscheller ist der Sprecher der Bürgerinitiativen, er betreibt das Hotel Leonstein in Pörtschach: „Unsere Lärmmessstellen zeigen an, dass die Belastungen bei 86 bis 90 dB liegen. In der Nacht fahren die Züge viermal pro Stunde. Kärnten fordert von den ÖBB einstimmig, dass WHO-Grenzwerte ab sofort nicht mehr übertreten werden dürfen.“

Alibi-Maßnahmen würden abgelehnt: „Güterzüge, die mit 100 km/h, und Schnellzüge, die mit 130 km/ durch Wohngebiete rasen, sind viel zu laut. Es geht um den Lebensraum von 200.000 Kärntnern!“

Christian Tragner
Christian Tragner
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