10.10.2021 13:08 |

Corona-Rekordzahlen

Russen trauen den eigenen Impfstoffen nicht

Noch immer wütet das Coronavirus auf verheerende Weise in Russland. Die Corona-Zahlen erreichten am Wochenende neue Rekordwerte. Pro Tag sterben fast 1000 Menschen an dem Erreger. Dennoch wollen sich viele Russen nicht impfen lassen: Das Vertrauen in das von Moskauer Forschern entwickelte Vakzin Sputnik V ist gering - doch Präsident Wladimir Putin lässt keine Impfstoffe aus dem Ausland zu.

Nach Angaben des offiziellen Corona-Stabs in Moskau vom Sonntag, starben binnen 24 Stunden im flächenmäßig größten Land der Erde 962 Menschen an Covid-19. Am Samstag waren es 968 gewesen. Das waren die Höchststände seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt bei etwas unter 30.000 Fällen täglich.

Zahlen von Statistikamt und Regierung gehen auseinander
Die offiziellen Corona-Zahlen in Russland stehen seit Langem als geschönt in der Kritik. Das kremlkritische Portal zona.media wies gerade wieder darauf hin, dass das russische Statistikamt für August fast 50.000 Corona-Tote (49.389) ausgewiesen habe. Der Corona-Stab der Regierung nannte allerdings weniger als die Hälfte - und zwar 24.661 Todesfälle.

Die russischen Behörden sehen den Hauptgrund für die hohen Todes-und Infektionszahlen vor allem in der geringen Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Westliche Impfstoffe wie die von Moderna oder Biontech/Pfizer, die international die größte Verbreitung haben, sind in Russland nicht zugelassen.

Die russische Führung besteht darauf, dass sich die Menschen das von Moskauer Forschern entwickelte Vakzin Sputnik V oder andere der insgesamt fünf eigenen Impfstoffe verabreichen lassen. Sputnik V wird zwar von rund 70 Ländern als Impfstoff anerkannt, nicht aber von der Europäischen Union und den USA. Auch trauen viele Russen den im eigenen Land entwickelten Impfstoffen nicht.

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