Putin-Fragestunde

Mit Sputnik V geimpft und an Sanktionen gewöhnt

Ausland
30.06.2021 16:24

Vor einem Millionenpublikum hat Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch mehr als drei Monate nach seiner Immunisierung den Namen des Corona-Impfstoffs verraten, mit dem er geimpft wurde. „Es war Sputnik V“, erklärte Putin wenig überraschend im Rahmen der traditionellen TV-Fragestunde „Der direkte Draht“, die von mehreren Fernsehsendern live ausgestrahlt wird. Die Russen selbst sind trotz erneut massiv steigender Infektions- und Todeszahlen relativ skeptisch.

„Die Impfung ist ungefährlich“, sagte Putin und betonte, dass es keine ernsthaften Nebenwirkungen gebe. Zugleich behauptete der russische Staatschef, dass das Vakzin besser sei als andere Impfstoffe. „Gott sei Dank gibt es bei uns keine solchen tragischen Situationen nach der Impfung wie nach der Verabreichung von AstraZeneca und Pfizer“, sagte Putin.

Obwohl Sputnik V nach wie vor keine Zulassung durch die WHO oder die EU-Gesundheitsbehörde hat, ist der Impfstoff bereits in mehr als 60 Staaten über nationale Zulassungsstellen erlaubt worden.

Noch ist der russische Impfstoff „Sputnik V“ in der EU noch nicht zugelassen - nur in einzelnen Ländern. (Bild: AFP)
Noch ist der russische Impfstoff „Sputnik V“ in der EU noch nicht zugelassen - nur in einzelnen Ländern.

Proteste gegen Impfzwang
Der Kremlchef sprach sich einerseits erneut gegen eine landesweite Impfpflicht in Russland aus. Zugleich verteidigte er die Einführung einer verpflichtenden Impfung in einzelnen Regionen, um dort einen wirtschaftlich folgenreichen Lockdown zu verhindern. In Moskau etwa hatte es zuletzt einzelne Proteste gegen eine Zwangsimpfung gegeben. In der besonders stark vom Coronavirus betroffenen Hauptstadt sind Arbeitgeber in vielen Branchen aufgefordert, die Impfung ihrer Mitarbeiter durchzusetzen.

Protest gegen einen Impfzwang in Moskau (Bild: AP)
Protest gegen einen Impfzwang in Moskau

„Provokationen“ im Schwarzen Meer
Zum jüngsten Vorfall im Schwarzen Meer, bei dem ein britisches Kriegsschiff mit Warnschüssen und Bombenabwürfen zu einem Kurswechsel gezwungen wurde, merkte Putin an, dass an dieser „Provokation“ auch die USA mit einem Aufklärungsflugzeug beteiligt gewesen seien. Der Auftrag habe offenbar gelautet, die russische Reaktion auf die Aktion des Zerstörers HMS Defender zu beobachten.

Der Vorfall ereignete sich wenige Tage vor Beginn des Seemanövers „Sea Breeze“ (Meeresbrise) mit Beteiligung der NATO und der Ukraine. Russland sieht die zweiwöchige Übung, die seit Montag läuft, ebenfalls als Provokation.

Die HMS Defender vor der georgischen Küste im Juni 2021 (Bild: Georgian Interior Ministry)
Die HMS Defender vor der georgischen Küste im Juni 2021

„Russland hat sich an Sanktionen gewöhnt“
An westliche Sanktionen habe sich Russland mittlerweile gewöhnt, stellte der 68-Jährige klar. Die russische Wirtschaft habe sich dem Sanktionsdruck nicht nur angepasst, sondern profitiere mitunter sogar davon. Man produziere heute viele Waren selbst, die früher importiert worden seien.

Putin stellte sich wenige Monate vor der Parlamentswahl bei der Sendung „Der direkte Draht“ den Fragen seiner Landsleute. Nach Kreml-Angaben sind Hunderttausende Fragen eingegangen. Auch während der Sendung selbst konnten die Bürger unter anderem telefonisch oder online ihre Fragen einreichen. Dabei ging es neben politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen auch um private Probleme. Im Vorjahr fand die Sprechstunde aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

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