20.09.2021 09:48 |

Kurz vor Räumung

Brand wütete in Flüchtlingslager auf Samos

In einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos ist am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt hatten sich nur noch rund 300 Menschen dort aufgehalten, sie sollten das Lager am Montag verlassen. Es wird vermutet, dass der Brand mit der Umsiedelung in Zusammenhang stehen könnte.

Auf einem Parkplatz nahe des Lagers waren viele Migranten zu sehen, unter ihnen Kinder in Tränen. Nach Angaben der Behörden brach das Feuer in einem Teil des Lagers aus, in dem nur noch verlassene Zelte standen. Beobachter vermuteten einen Zusammenhang mit der geplanten Übersiedlung der 300 Insassen in ein neues Lager, das am Samstag feierlich eröffnet worden war.

Umstrittene neue Lager
Das neue Lager ist wegen seiner hermetischen Abriegelung sehr umstritten. Es ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet (siehe Video unten). Es verfügt zudem über ein Gefangenenlager und ist nur per elektronischem Chip zugänglich. Die Tore bleiben über Nacht geschlossen.

Das neue Lager ist eines von fünf geplanten derartigen Camps auf den ägäischen Inseln Leros, Lesbos, Kos, Chios und Samos. Die EU hat dafür 276 Millionen Euro bereitgestellt. Menschenrechtsgruppen kritisieren die neuen „geschlossenen“ Flüchtlingslager. Die Beschränkungen für die Migranten seien zu hoch.

Bewegung eingeschränkt oder Besserung?
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und Vertreter der Zivilgesellschaft hatten die EU und Griechenland im Vorfeld der Eröffnung aufgefordert, die Pläne zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge fallenzulassen. Auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zeigte sich besorgt.

Die griechische Regierung verweist dagegen auf eine bessere Ausstattung der Camps etwa mit fließendem Wasser, Toiletten, separaten Bereichen für Familien und höherer Sicherheit. Frühere Einrichtungen waren für ihre schlechten Zustände berüchtigt - zu ihnen zählte auch das in Vathy.

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