Publikum ging

Fehlstart für Schauspiel-Sparte am Landestheater

Während der Saisonstart des Landestheaters mit der Musicalpremiere „Wie im Himmel“ wunschlos glücklich machte, legte die Schauspiel-Sparte mit ihrer ersten Premiere einen Fehlstart hin. „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ zogen sich drei Stunden wie ein Strudelteig, ein Teil des Publikums ergriff die Flucht.

„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ ist ein unvollendeter satirischer Roman von Jaroslav Hašek aus den frühen 20er-Jahren, in dem sich der Hauptprotagonist Josef Schwejk während des Ersten Weltkriegs mit List und Glück durchs Leben schlägt. Im Linzer Schauspielhaus wurde eine Fassung von Matthias Rippert aufgeführt, der auch die Regie übernahm. Seine Idee, das Stück komplett in der Eisenbahn (Bühne: Fabian Liszt; Kostüme: Johanna Lakner) spielen zu lassen, war noch relativ originell, wenn sich auch dadurch einige sprachliche Wirren im Text ergaben. Doch dass ein beträchtlicher Teil der Soldatenabenteuer hinter den Kulissen gefilmt (Video: Lukas Schöffel) und auf eine große Leinwand in den Saal übertragen wurde, nervte – Streaming-Theater hatten wir in den letzten eineinhalb Jahren wahrlich genug. Zudem hinkte das Bild dem Ton meist hinterher. Neben einer Brücke ins Jetzt wären außerdem Kürzungen bitter nötig gewesen, einige der nur lose zusammenhängenden Szenen zogen sich ohne erleuchtende Momente ewig dahin, insgesamt kam die Produktion auf drei Stunden. So lange wollte freilich ein guter Teil des Publikums nicht mehr warten und entfleuchte zur Pause.

Das tapfere Ensemble musste unzählige kleine Rollen unter sich aufteilen, nur Jan Nikolaus Cerha durfte sich auf seinen soliden Schwejk beschränken. Benedikt Steiner stach als aalglatter Lukasch positiv heraus, Horst Heiss mimte u. a. den stets lallenden Woditschka mit Einsatz.

Jasmin Gaderer
Jasmin Gaderer
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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