19.08.2021 14:00 |

Laufend Einsätze

Tierische „Kundschaft“ für die Tiroler Bergretter

Als hätten Tirols Bergretter mit der „zweibeinigen“ Klientel nicht schon genug zu tun: Heuer mussten die Einsatzkräfte auch zu zahlreichen Tierrettungen ausrücken. Die Kundschaft reicht vom abgestürzten Hund über das verstiegene Schaf bis hin zum Pferd, dessen Reiterin ihren Vierbeiner in eine missliche (Berg-)Lage brachte.

Besonders oft „tierisch“ beschäftigt scheint die Ortsstelle Oetz der Bergrettung zu sein. Schon im März hatte sich ein Hund im Bereich der Wellerbrücke ins Bachbett der Ötztaler Ache „verabschiedet“. „Eingepackt“ ins Geschirr eines Lawinenhundes wurde der Mischling sicher am Tau zum Steig hinaufgeseilt. Im Mai haben die Oetzer einen in der Auerklamm abgestürzten Hund geborgen, die Oetzer Canyoningspezialisten haben sich dann im Juli um ein Schaf gekümmert, das es nicht mehr aus der Alpenrosenklamm schaffte.

Stichwort „Spezialisten“: Einsatzkräfte speziell für die tierische Kundschaft gibt es laut Gregor Franke, Pressereferent der Tiroler Bergrettung, nicht. „Viele Bergretter sind Hundeführer und wissen, wie man mit einem Hund in einer Not umgeht.“

Frauchen half mit
Bei der Bergung eines kürzlich in der Pitzeklamm abgestürzten Hundes musste sich das Frauchen zu seinem Liebling mit abseilen lassen. Sonst hätte das Tier den Bergretter der Ortsstelle Jerzens wohl gebissen. So verlief die Bergung aber ähnlich reibungslos wie im Halltal, wo ein ausgebüxter Samojede abgeseilt wurde. Komfortabel für den Vierbeiner in der Einradtrage, brachten die Leutascher Einsatzkräfte im Juni einen verletzten Hund vom Scharnitzjoch ins Tal.

Gleich um Ross und Reiterin mussten sich Bergretter der Ortsstelle Vorderes Stubai Anfang August im Bereich Nederjoch in Telfes kümmern. Die Reiterin war beim Ausflug im Gebirge in unwegsames Gelände geraten und steckte samt Pferd fest. „Wir haben sie und das Tier zurück auf sicheres Terrain geleitet“, sagt Ortsstellenleiter Hansjörg Glatzl.

„Einsätze an sich kostenpflichtig“
Die Rettung von Ziegen in Längenfeld, eines im Schnee eingebrochenen Schafes im Stubai und eines abgestürzten Hundes am Brenner ergänzen unter anderem die Liste der bisherigen Tierrettungen in diesem Jahr. „Die Einsätze sind an sich kostenpflichtig“, sagt Pressereferent Franke, „Meines Wissens gibt es keine Versicherung, die die Kosten ersetzt.“

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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